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Aus Zelt verschwunden : Eine Million für vermisstes Kind in Australien

Handout der australischen Polizei: Die vier Jahre alte Cleo Smith wird seit dem Wochenende vermisst. Bild: AFP

Die Familie macht einen Campingausflug. Am Morgen finden die Eltern das Zelt der kleinen Tochter leer vor. Auch der Schlafsack ist verschwunden.

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          Nach der mutmaßlichen Entführung eines vier Jahren alten Mädchens aus einem Campingzelt in Australien haben die Behörden für Hinweise eine Belohnung in Höhe von einer Million Australischer Dollar ausgelobt (644.000 Euro). Die kleine Cleo Smith wird seit vergangenem Samstag vermisst. Sie hatte zusammen mit ihrer Familie auf einem Campingplatz im Bundesstaat Westaustralien übernachtet. Am Samstagmorgen stellte die Mutter fest, dass das Mädchen nicht mehr dort war. Das Zelt, in dem es zwei getrennte Teile gab, stand an der Seite offen, in der das Kind geschlafen hatte. Die Ermittler befürchten eine Entführung, weil der Reißverschluss bis zu einer Höhe hochgezogen war, der außerhalb der Reichweite eines vier Jahre alten Kindes liegt. Auch der Schlafsack des Mädchens war verschwunden.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Eine groß angelegte Suchaktion mit mehr als hundert Beamten auf dem Land, aus der Luft und auf der See war bisher erfolglos verlaufen. „Wir hoffen, dass wir Cleo lebend finden können, aber wir machen uns große Sorgen um ihre Sicherheit“, sagte Kriminalkommissar Rod Wilde laut dem Sender ABC. „Die Informationen, die wir vor Ort gesammelt haben und die Tatsache, dass sie seit einiger Zeit verschwunden ist, . . . führt uns zu der Annahme, dass sie aus dem Zelt geholt wurde.“ Die Belohnung werde für Hinweise vergeben, die zu Cleo führten oder zur Inhaftierung oder Verurteilung eines möglichen Entführers. „Jemand hat das Wissen, das hilfreich sein kann. Und nun gibt es eine Million Gründe, sich zu melden“, sagte Polizeikommissar Col Blanch.

          Die verstörten Eltern des Kindes hatten sich am Mittwoch in einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit gewandt. Die Familie war am Abend davor auf dem Campingplatz rund 1000 Kilometer von Perth und 70 Kilometer von dem Ort Carnarvon eingetroffen, in der Heimatregion der Familie. Der Mutter Ellie Smith zufolge hatte sie Cleo zuletzt um 1.30 Uhr in der Nacht gesehen, als sie nach einem Schluck Wasser gefragt habe. „Sie würde uns nie verlassen, sie würde niemals aus dem Zelt gehen“, sagte die Mutter. Die Eltern berichteten, seit Tagen kein Auge mehr zugemacht zu haben. „Am schlimmsten ist es, dass wir nichts mehr tun können. Es liegt nicht in unserer Hand. Wir fühlen uns hilflos und außer Kontrolle“, sagte Smith.

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