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Nach Flutkatastrophe : Auf Mallorca vermisstes Kind wird im Meer vermutet

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Die Zivilgarde sucht vor der Küste nach dem vermisste Kind. Bild: EPA

Die Zivilgarde setzt die Suche nach einem fünf Jahre alten Jungen vor der Küste fort. Womöglich wurde das Kind von der Sturzflut ins Meer gespült. Indes warnen Meteorologen vor starken Orkanböen in Portugal.

          Vier Tage nach der Flutkatastrophe auf Mallorca fehlt von einem vermissten Kind weiter jede Spur. Hunderte Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei und des Militärs hätten das Gebiet rund um Son Carrió im Osten der Baleareninsel auch mit Hilfe von Spürhunden durchkämmt, jedoch bislang ohne Erfolg, berichtete die Zeitung „Diario de Mallorca“ am Samstag. Es werde vermutet, dass der Achtjährige ins Meer gespült worden sein könnte.

          Die Suche wird nach Angaben des „Mallorca Magazins“ nun mit Seerettungsbooten der Zivilgarde vor der Küste fortgesetzt. Der kleine Artur ist der einzige, der im Zuge des verheerenden Unwetter vom Dienstagabend noch vermisst wird. Bisher sind zwölf Tote geborgen worden, darunter drei Deutsche.

          Der Junge war mit seiner Mutter und seiner siebenjährigen Schwester im Auto unterwegs, als die Familie nach heftigen Regenfällen von einer Sturzflut überrascht wurde. Die Mutter kam in den Wassermassen ums Leben, die Schwester wurde von einem Deutschen gerettet.

          Am Freitagabend hatte das spanische Königspaar die betroffene Region rund um den Ort Sant Llorenç des Cardassar besucht. Felipe und Letizia zeigten sich sehr volksnah, sprachen mit der Bevölkerung und begutachteten die Schäden in mehreren Häusern. Auch mit Helfern trafen die beiden zusammen. Er spüre „großen Stolz“ auf die Solidarität, die den Menschen entgegengebracht werde, sagte der Monarch. Die Betroffenen zeigten eine „enorme Fähigkeit“, diesen schweren Moment zu überwinden.

          Windgeschwindigkeiten bis zu 180 Stundenkilometer in Portugal

          Währenddessen zieht Hurrikan „Leslie“ auf die iberische Halbinsel zu. Wie der Deutsche Wetterdienst am späten Freitagabend mitteilte, wird der Sturm als „starkes außertropisches Tief“ in der Nacht zum Sonntag auf die Küste Portugals treffen. Nach Angaben des DWD können die Böen eine Windgeschwindigkeit bis zu 180 Stundenkilometern haben.

          Der portugiesische Zivilschutz warnt vor herabfallenden Ästen und umstürzenden Bäumen sowie einer möglichen Überflutungen von Straßen durch Regenfälle und Probleme bei der Entwässerung. Einwohnern wird empfohlen, die Küste und Flussufer zu meiden und die Wettervorhersage zu verfolgen. Der deutsche Meteorologe Jörg Kachelmann rät Touristen, den Abend und die Nacht in ihrer Unterkunft zu verbringen. Camping-Urlauber sollten lieber in einem Hotel oder ähnlichen übernachten.

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