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Nach tödlichem Erdrutsch : Achtes Todesopfer auf Ischia geborgen

  • Aktualisiert am

Bewohner Ischias, bepackt mit ihren Habseligkeiten, waten durch die mit Schlamm bedeckten Straßen. Bild: Reuters

Mindestens acht Menschen sind am Wochenende bei dem Unwetter auf Ischia ums Leben gekommen. Die Suche nach vier Vermissten wird fortgesetzt. Die italienische Regierung hat einen einjährigen Notstand verhängt.

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          Rettungskräfte auf der italienischen Insel Ischia haben nach dem schweren Unwetter von der Nacht zu Samstag ein achtes Todesopfer gefunden. Es handle sich um einen Mann, wie aus einer Mitteilung der Feuerwehr auf Twitter am Montag hervorging. Das Suchteam fand ihn in Casamicciola, einem der schwer getroffenen Orte im Norden der Insel. Damit sank die Zahl der noch vermissten Menschen auf vier.

          Starkregen und heftiger Wind hatten am Samstagmorgen im Norden der Insel schwere Schäden angerichtet. Besonders verheerend war das Unglück neben Casamicciola auch in Lacco Ameno. Fluten aus Schlamm und Geröll trieben durch die Straßen oder gingen von Hängen ab und beschädigten nach offiziellen Angaben mindestens 30 Gebäude. Vom Festland schickten die Behörden zahlreiche Rettungskräfte und schweres Gerät auf die Insel im Golf von Neapel, um bei den Such- und Bergungsarbeiten zu unterstützen.

          Auch Kinder unter den Opfern

          Unter den Toten waren neben dem zuletzt gefundenen Mann ein erst 22 Tage altes Baby, ein sechsjähriges Mädchen und ein elfjähriger Junge. Die Suchtrupps fanden in der Gegend bis dato außerdem eine 64 Jahre alte Bulgarin, eine einheimische Frau sowie einen Mann (32) und eine Frau (30) aus Lacco Ameno.

          Vier Menschen gelten noch als vermisst. Nach ihnen sollte weiter gesucht werden. Ungefähr 230 Menschen wurden von den Behörden im Zuge ihres Einsatzes aus deren Häusern und in einem Hotel oder andernorts in Sicherheit gebracht.

          Das Unwetter hatte am Samstag für enorme Verwüstung gesorgt. Dicker brauner Schlamm durchzog die Straßen in den Ortschaften. Die Wassermassen rissen Autos und Busse mit; einige blieben auf dem Dach liegen, andere landeten im Meer.

          Manche Menschen waren in ihren Häusern eingeschlossen oder hatten keinen Strom. Wegen des anhaltenden Regens am Wochenende hatten es die Retter zudem schwer, bis zu ihnen vorzudringen.

          Die Armee schickte Hubschrauber zur Unterstützung und brachte damit drei eingeschlossene Erwachsene und zwei Kinder von einer Ferienunterkunft weg. Auch die Küstenwache schickte Verstärkung. Insgesamt waren fast 400 Feuerwehrleute und Polizisten im Einsatz.

          Schnell wurden Stimmen laut, die mangelnden Schutz auf der Insel mit etwas mehr als 60 000 Einwohnern kritisierten. Das Risiko von Erdrutschen bei Unwettern an den bewohnten Hängen sei auf Ischia wie auch in anderen Teilen Italiens bekannt gewesen.

          Über die Jahre hätten die Behörden jedoch nicht in die Sicherheit investiert. Kampaniens Regionalpräsident Vincenzo De Luca gab in einem Fernsehinterview bei Rainews24 zu bedenken, dass man in diesen Gegenden nun über das Bewohnen der Hänge nachdenken müsse.

          Die Regierung von Giorgia Meloni traf sich am Sonntag in Rom wegen der tödlichen Unwetter-Katastrophe zu einer Sitzung und verhängte auf Ischia für ein Jahr den Notstand. Außerdem setzte sie eine außerordentliche Kommissarin ein, die sich um den Wiederaufbau kümmern sollte.

          Dafür stelle Rom zwei Millionen Euro bereit. Ischia ist bei vielen Touristen aus Italien und dem Ausland ein beliebtes Ferienziel. Auch Altkanzlerin Angela Merkel fuhr gerne auf die größte Insel im Golf von Neapel, um dort Urlaub zu machen.

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