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Amazonas in Brasilien : Schlimmste Juni-Brände seit 14 Jahren

  • Aktualisiert am

Trockenzeit in Amazonien: Mehr als 2300 Brände wurden im Juni registriert – so viele wie seit Juni 2007 nicht mehr. Bild: Reuters

Es war der schlimmste Juni seit 2007: Mehr als 2300 Feuer haben im brasilianischen Amazonasgebiet gewütet. Umweltschützer machen den Klimawandel, die Rodungen und Präsident Bolsonaro dafür verantwortlich.

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          Im brasilianischen Amazonas-Gebiet sind nach Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) im Juni mehr als 2300 Brände registriert worden. Dies seien 2,6 Prozent mehr als im Juni 2020, als die Brände schon einen Rekord erreicht hatten – und so viele wie seit Juni 2007 nicht mehr. Damals waren es über 3500 Feuer gewesen.

          Zu Beginn der Trockenzeit in Amazonien läuten bei Umweltschützern und Klima-Aktivisten gewöhnlich die Alarmglocken. „Mit der hohen Zahl an Bränden am Anfang des amazonischen Sommers, Monate, in denen es einen natürlichen Rückgang der Niederschläge im Amazonas-Gebiet gibt, steigen diese Zahlen tendenziell noch mehr an“, hieß es in einer Mitteilung von Greenpeace Brasilien am Donnerstag (Ortszeit).

          Greenpeace bringt die Brände mit der Abholzung des Regenwaldes und dem Klimawandel in Verbindung. „Wir leben in einem sehr traurigen Moment für den Wald und seine Völker.“ Diese würden von allen Seiten angegriffen, sei es von Holzfällern und Goldgräbern, die in ihre Gebiete vordringen, oder durch die Handlungen und Unterlassungen des Kongresses und der Regierung.

          Wirtschaftlichen Ausbeutung des Amazonas

          Am Dienstag hatte die brasilianische Regierung das Abbrennen von Flächen im Amazonas-Gebiet für 120 Tage verboten – ebenso wie im vergangenen Jahr, als die Brände dennoch weiter wüteten. Ob Brasilien tatsächlich seine Bemühungen gegen die Zerstörung erhöht, ist erneut fraglich.

          Präsident Jair Bolsonaro gilt als Befürworter der wirtschaftlichen Ausbeutung des Amazonas-Gebiets. Er geriet wegen verheerender Brände wiederholt heftig in die Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die Zerstörung in Kauf zu nehmen, um neue Flächen für Landwirtschaft, Viehzucht und Bergbau zu erschließen.

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