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Tod bei Dreharbeiten : Sabotage vor tödlichem Baldwin-Schuss am Set?

  • -Aktualisiert am

Die Filmranch „Bonanza Creek Ranch“ in New Mexico, wo während eines Drehs eine Kamerafrau erschossen wurde. Bild: dpa

Nach dem Tod einer Kamerafrau am Set des Westerns „Rust“, vermuten die Anwälte der Waffenmeisterin nun, dass jemand vorsätzlich scharfe Munition in die Waffe getan haben könnte. Wird das Unglück zum Kriminalfall?

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          Der Western „Rust“ droht sich zum Kriminalfall zu entwickeln. Nach dem tödlichen Schuss des Hauptdarstellers Alec Baldwin auf die Kamerafrau Halyna Hutchins schüren die Anwälte der Waffenmeisterin Hannah Gutierrez nun Gerüchte, die Platzpatronen seien vorsätzlich gegen scharfe Munition ausgetauscht worden. „Hannah hätte nie im Leben erwartet, dass in der Schachtel mit den Dummys echte Patronen sind. Wer sie dort hineingelegt hat und aus welchem Grund, sind die zentralen Fragen“, teilte die Kanzlei des Strafverteidigers Jason Bowles mit.

          In einem Interview mit dem Sender NBC hatte der Jurist zuvor schon „Sabotageversuche“ angedeutet. Mehrere Mitglieder der Crew seien unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen am Set gewesen. Wie nach Hutchins’ Tod bekannt wurde, hatten einige Kameraleute die Filmranch nach Querelen wenige Stunden vor Baldwins Schuss verlassen. Seit Drehbeginn Anfang Oktober soll es wiederholt zu Streitereien gekommen sein, da das mit sieben Millionen Dollar eher knapp bemessene Budget die Dreharbeiten erschwerte.

          Laut dem Regelwerk für Waffen der Gewerkschaft für Film- und Fernsehschaffende wurde am Set von „Rust“ gegen mindestens vier Vorschriften verstoßen. So soll Baldwin in Widerspruch zu den Regelungen auf Hutchins gezielt haben. Auch scharfe Munition am Set schließen die Vorschriften aus, ebenso unverschlossen aufbewahrte Waffen und sogenanntes Horseplay, Spielereien mit Requisitenwaffen. Waffenmeisterin Gutierrez hatte zu Protokoll gegeben, dass Revolver und Munition während der Mittagspause offen auf einem Wagen vor der Kirche gelegen hätten. Mitglieder der Crew berichteten von Schießübungen in der Wüste, mit denen man sich die Zeit nach Drehschluss vertrieben habe. Alec Baldwin, der auch Mitproduzent des Westerns ist, äußerte sich vorerst nicht öffentlich zu den Vorwürfen.

          Nach Berichten von Branchenblättern droht Rust Movie Productions LLC nun auch eine Zivilklage durch Matthew Hutchins, den Ehemann der getöteten Kamerafrau. Der Jurist und Vater ihres neun Jahre alten Sohns Andros mandatierte eine Kanzlei, die auf Personenschäden und widerrechtliche Tötung spezialisiert ist.

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