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Tödlicher Schuss am Set : Regieassistent räumt Fehler ein

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Filmranch Bonanza Creek in New Mexico: Was passierte hier genau? Bild: AP

Die Hinweise zu Verstößen gegen Waffenregeln bei den Dreharbeiten zu „Rust“ haben sich bestätigt. Und Nicolas Cage hat schon mal wütend ein Set verlassen – weil die Waffenmeisterin, die auch bei „Rust“ arbeitete, Fehlzündungen nicht verhindert hatte.

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          Ungeprüfte Geschosse und Revolvertrommeln sowie Widersprüche über scharfe Munition am Set: Die Hinweise zu Verstößen gegen Waffenregeln bei den Dreharbeiten zu dem Western „Rust“ haben sich bestätigt. Wie aus einer eidesstattlichen Erklärung hervorgeht, die das Sheriffsbüro in Santa Fe am Mittwochnachmittag veröffentlichte, gab der Regieassistent Dave Halls zu, vor Alec Baldwins tödlichem Schuss auf die Kamerafrau Halyna Hutchins nicht wie vorgeschrieben jede Patrone in jeder Kammer begutachtet zu haben.

          Halls konnte sich auch nicht daran erinnern, ob die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez die Trommel des Revolvers der Marke Colt kontrolliert hatte, bevor er Baldwin die Waffe für eine Probeszene auf der Filmranch Bonanza Creek in New Mexico reichte. Dennoch übergab Halls den Revolver, Kaliber 45, mit den Worten „Cold Gun“, an amerikanischen Sets der Hinweis auf eine ungeladene Waffe.

          Während Baldwin, Hauptdarsteller und Mitproduzent bei „Rust“, am 21. Oktober mit dem Revolver Grifftechniken übte, löste sich ein Schuss. Die Kugel traf Hutchins, die neben der Kamera stand, in die Brust. Wie Sheriff Adan Mendoza am Mittwoch bestätigte, wurde der Regisseur Joel Souza von demselben Projektil an der Schulter getroffen. Die 42 Jahre alte Kamerafrau verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus in Albuquerque. Souza überlebte Baldwins Schuss leicht verletzt.

          Bei polizeilichen Befragungen für den Durchsuchungsbeschluss eines Lastwagens, in dem die Filmwaffen in einem Safe aufbewahrt wurden, gab die Waffenmeisterin Gutierrez nach dem Unglück zu Protokoll, sämtliche „Dummies“, die vermeintlichen Platzpatronen, vor der Szene begutachtet zu haben, um sicherzustellen, dass sie nicht „scharf“ waren. Wie die Vierundzwanzigjährige erklärte, sei die Munition während der Mittagspause aber unverschlossen auf einem Wagen vor der Kirche zurückgeblieben. Grundsätzlich, gab Gutierrez zu Protokoll, gebe es an Filmsets keine scharfe Munition.

          Unmittelbar nach Hutchins‘ Tod waren in Hollywood Vorwürfe gegen Halls und Gutierrez laut geworden. Filmschaffende, die an früheren Sets mit dem Regieassistenten und der Waffenmeisterin zusammengearbeitet hatten, warfen ihnen einen laxen Umgang mit Sicherheitsvorkehrungen vor. Bei den Dreharbeiten zu dem Western „The Old Way“ hatte der Hauptdarsteller, Oscar-Preisträger Nicolas Cage, im Sommer wütend das Set verlassen, nachdem es unter Gutierrez‘ Aufsicht wiederholt zu Fehlzündungen gekommen war.

          Die Produktionsfirma Rocket Soul Studios teilte nach dem Unglück in Santa Fe mit, Halls bereits vor zwei Jahren vom Set des Sklavendramas „Freedom’s Path“ entfernt zu haben. Damals wurde ein Mitglied der Crew verletzt, als eine Requisitenwaffe fehlzündete. „In der jüngsten Vergangenheit galt die Filmbranche beim Umgang mit Waffen als eher sicher. Am Set von ,Rust‘ scheint sich aber Bequemlichkeit breit gemacht zu haben“, fasste Sheriff Mendoza die bisherigen Ermittlungsergebnisse am Mittwoch zusammen.

          Wie die Staatsanwältin Mary Carmack-Altwies sagte, seien Anklagen noch nicht vom Tisch. Im Gegensatz zu Halls und Gutierrez galt Baldwin bei den Dreharbeiten zu „Rust“ als äußerst umsichtig. Der Kameramann Reid Russell ließ das Sheriffsbüro wissen, der Dreiundsechzigjährige habe mit Filmwaffen immer vorsichtig hantiert. Bei einer früheren Schussszene, sagte Russell aus, bestand Baldwin auf einer Sicherheitsprüfung und drängte darauf, ein Kind vom Drehort an einen sicheren Ort zu bringen.

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