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Absturz in Ägypten : Was wir wissen – und was nicht

  • -Aktualisiert am

Darüber wird vor allem im Internet diskutiert. Ob der Tailstrike tatsächlich zum Unglück geführt hat, ist vollkommen unklar. Bekannt ist nur, dass es bislang zwei Flugunglücke gab, nachdem Tailstrikes nicht sachgemäß repariert worden waren. Der Tailstrike führte zu einer Schwächung der Rumpfstruktur, in deren Folge der Rumpf dem Innendrucke der Kabine nicht länger standhalten konnte. Die Flugzeuge zerbarsten in der Luft.

  1. Japan-Airlines-Flug 123 sollte am 12. August 1985 von Tokio nach Osaka fliegen. Das Heck der Boeing 747-100 war sieben Jahre zuvor nach einem Tailstrike nicht vorschriftsgemäß repariert worden, das Flugzeug hatte zwischen Tailstrike und Absturz mehr als 12.000 Flüge durchgeführt. Der Flug ist mit 520 Toten der fatalste in der Luftfahrtgeschichte.
  2. China-Airlines-Flug 611 sollte am 25. Mai 2002 von Taipeh nach Hongkong fliegen. Der Tailstrike lag zum Zeitpunkt des Unglücks schon 22 Jahre zurück. Es kam zu Ermüdungserscheinungen des Materials. Die Risse im Heck wurden auch bei Routinekontrollen nicht entdeckt.
Ein Airbus A321 der russischen Airline Kogalimawija (auch Metrojet genannt) ist mit 224 Menschen über der Sinai-Halbinsel abgestürzt - es gibt keine Überlebenden.

Wer wird die Ermittlungen leiten?

Ägypten wird die Untersuchungen leiten und dabei Unterstützung von Russland und internationalen Experten bekommen. Zwei Ermittler aus Frankreich reisen an, außerdem sechs Mitarbeiter von Airbus. Die Vereinigten Staaten helfen bei der Untersuchung, weil die Triebwerke amerikanischen Fabrikats waren.

Wurden die Flugschreiber gefunden?

Ja. Sowohl der Flugdatenschreiber als auch der Stimmenrekorder seien in gutem Zustand, teilten die Behörden mit. Sie würden rasch ausgewertet.

Was bedeutet das Unglück für die Fluggesellschaft?

Die russischen Behörden haben den Flugbetrieb von Kolavia faktisch stillgelegt. Sie erließen ein Flugverbot für alle Flugzeuge des Typs A321 der Fluglinie. Allerdings besteht die Flotte nur aus diesem Flugzeugtyp, und aus zwei Geschäftsreiseflugzeugen.

Wie wirkt sich das Unglück auf den Flugverkehr in der Region aus?

Bis zur Klärung der Absturzursache haben mehrere Fluggesellschaften erklärt, die Sinai-Halbinsel nicht mehr zu überfliegen. Die Lufthansa teilte mit, dass Routen, die bislang über Sinai führten, links und rechts an der Halbinsel vorbei geleitet würden. „Vorher sind wir über den Sinai geflogen, weil es keine Veranlassung gab, das Gebiet zu meiden“, sagte eine Sprecherin. „Wir stehen in ständigem Austausch mit den Behörden vor Ort. Hätte es Gründe dafür gegeben, wären wir nicht über den Sinai geflogen.“

Die Umleitung sei eine vorübergehende Vorsichtsmaßnahme, von der Flüge in den Mittleren Osten betroffen seien. Für die Passagiere ändere sich nichts. Die Fluglinie Air France folgte der Entscheidung der Lufthansa, andere Airlines wie easyJet und British Airways jedoch sehen aktuell keinen Handlungsbedarf. Auch die Airberlin umfliegt den Sinai bis auf Weiteres. Die Ferienfluggesellschaft Condor, die ins ägyptische Hurghada fliegt, aber nicht mehr nach Scharm El-Scheich. „Wir sind aus Sicherheitsgründen ohnehin nie über die nördliche Sinai-Halbinsel geflogen“, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft auf Anfrage. „Wir leiten unsere Flugzeuge westlich des Sinai vorbei.“

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