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„Wird noch Stunden dauern“ : A24 wegen Leck in Transporter mit Salpetersäure gesperrt

  • Aktualisiert am

„Das Abpumpen läuft bereits und wird noch Stunden dauern“, sagte ein Sprecher des Lagezentrums am Dienstagmorgen. Bild: dpa

Kleines Leck, große Wirkung: Eine Tonne Salpetersäure ist aus einem Gefahrguttransporter auf die A24 ausgelaufen. Für die Autofahrer hatte der Unfall massive Folgen, sie hatten aber auch noch Glück.

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          Aus einem Tankwagen ausgelaufene Salpetersäure hat den Verkehr auf der Autobahn 24 Berlin-Hamburg am Dienstag für Stunden zum Erliegen gebracht. Die Polizei riet allen Autofahrern auf dem Weg zur Ostsee oder auch von Mecklenburg-Vorpommern nach Süden, die Region Neuruppin/Wittstock möglichst weiträumig zu umfahren. „Es ist noch nicht absehbar, wann der Einsatz abgeschlossen werden kann“, sagte Polizeisprecherin Dörte Röhrs in Walsleben (Kreis Ostprignitz-Ruppin). Salpetersäure wirkt ätzend auf Haut und Atemwege.

          Autobahnausfahrt Neuruppin: Die Autofahrer wurden gebeten, die A24 weiträumig zu umfahren. Bilderstrecke
          Autobahnausfahrt Neuruppin: Die Autofahrer wurden gebeten, die A24 weiträumig zu umfahren. :

          Der Fahrer des Gefahrguttransporters hatte am Montagabend auf dem Weg nach Hamburg an der Raststätte Walsleben-Ost ein Leck bemerkt. Danach wurden beide Autobahnseiten und auch beide Raststätten komplett geräumt und gesperrt. Der Lkw hatte 23 Tonnen 53-prozentige Salpetersäure in zwei Tankbehältern geladen. Zuerst wurde bis Mittag die Säure im kaputten Behälter abgepumpt. An dem Einsatz waren knapp 200 Kameraden beteiligt. Acht Mitarbeiter waren so erschöpft, dass sie medizinisch behandelt werden mussten. Anwohner wurden nicht verletzt.

          Hauptstrecke von und zur Ostsee

          Die A24 gilt mit der sich anschließenden A19 nach Rostock als Hauptstrecke von und zur Ostsee. Walsleben liegt zwischen Neuruppin und Wittstock. Auf beiden Seiten bildeten sich bis zu zehn Kilometer lange Staus. Die Polizei riet Autofahrern auch regionale Straßen um Neuruppin bis Mittwochmorgen wegen des hohen Verkehrsaufkommens zu umfahren.

          Insgesamt verlor der Lkw rund eine Tonne Salpetersäure, erklärte die Polizeisprecherin. Dabei hatten Anwohner und Autofahrer auch Glück. „Es hatte sich eine Gaswolke gebildet, die in Richtung Feld und Wald abzog“, sagte Röhrs. Zehn Erwachsene und drei Kinder mussten in Walsleben aus Häusern in Sicherheit gebracht werden. Nach dem Abpumpen sollte die ätzende Säure auf der Fahrbahn noch neutralisiert werden. Danach sollte geprüft werden, ob die Fahrbahn ausgetauscht werden muss. Die Ursache des Lecks soll ein defektes Ventil gewesen sein.

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