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Freetown : 90 Tote bei Explosion eines Tanklasters in Sierra Leone

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Menschen schauen auf einen Haufen verbrannter Motorräder nach der Explosion eines Tanklastzugs in Freetown am 6. November 2021. Bild: AFP

Der Unfall ereignete sich am Freitagabend in einer belebten Straße der Hauptstadt Freetown. 90 Leichen seien in der Nacht zu Samstag am Unglücksort geborgen worden. Präsident Julius Maada Bio sagte den Betroffenen Unterstützung der Regierung zu.

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          Bei einer Kollision eines Tanklasters mit einem Lkw sind im westafrikanischen Sierra Leone mehr als 90 Menschen ums Leben gekommen. Der Vizepräsident des westafrikanischen Landes, Mohamed Juledh Jalloh, sprach am Samstag am Unglücksort in der Hauptstadt Freetown von 92 Toten und 88 Schwerverletzten. Zuvor hatte das Rote Kreuz die Zahl der nach dem Unglück am Freitagabend geborgenen Leichen mit 80 angegeben.

          Der Unfall ereignete sich am Freitagabend in einer belebten Straße der Hauptstadt Freetown. Augenzeugen zufolge ging das Unglück von einem Fahrzeug aus, das nach dem Unfall in einer Tankstelle Feuer fing. Viele Menschen seien nach der Kollision mit Behältern zu dem Tankfahrzeug geeilt, um Benzin abzuschöpfen. Kurz darauf sei der Laster explodiert. Einige umliegende Geschäfte und Autos hätten Feuer gefangen, hieß es.

          Mehrere verkohlte Leichen wurden demnach in Autos und auf den umliegenden Straßen gefunden. Am Samstag versammelten sich hunderte Menschen am Unglücksort, viele von ihnen suchten nach vermissten Verwandten.

          Mitarbeiter eines nahe dem Unfallort gelegenen Krankenhauses bestätigten der Deutschen Presse-Agentur am Samstag, Rettungskräfte hätten 80 Leichen in der Nacht eingeliefert. Der lokale Fernsehsender AYV sprach am Samstagmorgen von 400 Opfern.

          Der Rettungseinsatz dauere an. Laut einer Pflegerin im zuständigen Krankenhaus seien viele Frauen, Männer und Kinder mit „schweren Verletzungen“ eingeliefert worden.

          „Ich bin zutiefst bestürzt über die tragischen Brände und den schrecklichen Verlust von Menschenleben“, schrieb Präsident Julius Maada Bio auf Twitter. „Mein tiefes Mitgefühl gilt den Familien, die geliebte Menschen verloren haben, und denen, die dadurch verstümmelt wurden.“

          Präsident Julius Maada Bio, der am Freitag an der UN-Klimakonferenz in Glasgow (COP26) teilgenommen hatte, werde in Kürze in Freetown erwartet, sagte ein Regierungssprecher. Aufgrund des „tragischen Unfalls“ habe Bio eine geplante Reise zu einem Treffen der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas in Ghana abgesagt. Er sagte den Betroffenen Unterstützung der Regierung zu.

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