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72 Tote : Notstand wegen Überflutungen in Lima ausgerufen

  • -Aktualisiert am

Überlebende versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Bild: Reuters

Wegen der Überflutungen in Peru haben 72.000 Menschen ihre Häuser verloren. Die starken Regenfälle, die noch bis April andauern dürften, sind eine Folge des Klimaphänomens „El Niño“.

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          Wegen der anhaltenden starken Regenfälle mit Überschwemmungen und Erdrutschen hat der peruanische Präsident Pedro Pablo Kuczynski am Samstag den Notstand für mehrere Distrikte in der Metropolenregion der Hauptstadt Lima ausgerufen. In der Vorstadt Huachipa nordöstlich von Lima mussten sich Anwohner vor dem Hochwasser auf die Dächer ihrer Häuser flüchten, von wo aus sie von Rettungskräften in Sicherheit gebracht wurden.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Die Zahl der Todesopfer hat das Nationale Katastrophenschutzzentrum am Wochenende auf 72 beziffert. Die meisten Opfer kamen bei Erdrutschen und Schlammlawinen ums Leben. Im ganzen Land haben mehr als 72.000 Menschen ihre Häuser verloren, fast 600.000 Menschen sind unmittelbar von den Folgen der Katastrophe betroffen. In 811 der insgesamt 2800 Distrikte des Landes gilt wegen der Umweltkatastrophe inzwischen der Notstand.

          Südamerika : Schwere Überschwemmungen und Erdrutsche verwüsten Peru

          Die peruanische Hauptstadt an der Pazifikküste liegt in einer Wüste mit extrem geringen Niederschlägen. Knapp ein Drittel der gut 30 Millionen Einwohner Perus lebt in der Metropolenregion. Auch die ohnedies prekäre Trinkwasserversorgung der Bewohner, zumal in den ausgedehnten Armenvierteln, wird durch die Überschwemmungen und das Hochwasser des Flusses Rimac weiter beeinträchtigt. Die Stadtverwaltung hat das Trinkwasser rationiert. In manchen Geschäften ist Wasser in Plastikflaschen seit Tagen ausverkauft.

          Besonders stark betroffen ist der Norden des Landes

          „Es ist ohne Zweifel eine schwierige Situation“, sagte Kuczynski am Wochenende. Das Land verfüge aber über die nötigen Mittel, um der Lage Herr zu werden. Die Regierung will Soforthilfe für Aufräumarbeiten und den Wiederaufbau in Höhe von umgerechnet rund 720 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Auch Hilfsorganisationen stellten zusätzliche Mittel bereit.

          Besonders stark betroffen ist der Norden des Landes. Bei einem Erdrutsch in der Stadt Otuzco kamen am Freitag mindestens zehn Menschen um. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Lastwagenfahrer, deren Fahrzeuge von Schlammlawinen mitgerissen wurden. Erdrutsche und Schlammlawinen blockierten auch Abschnitte der Hauptverkehrsstraße zwischen Lima und dem Landesinneren.

          Um vom Wasser nicht mitgerissen zu werden, halten sich diese Menschen in Lima an einem Seil fest. Bilderstrecke
          Um vom Wasser nicht mitgerissen zu werden, halten sich diese Menschen in Lima an einem Seil fest. :

          Bisher lehnt es die Regierung ab, den Notstand für das gesamte Land auszurufen. Kuczynski sagte, bisher seien die Hilfsmaßnahmen ausreichend. Auch die Forderung nach einer Absage der Panamerikanischen Spiele von 2019 in Lima hat die Regierung zurückgewiesen. Die für die Spiele veranschlagten Haushaltsmittel machten nur einen Bruchteil der jetzt für die Katastrophenhilfe bereitgestellten Mittel aus, sagte Finanzminister Alfredo Thorne. Über Kurzmitteilungsdienste für Mobiltelefone rief die Regierung die Bürger am Wochenende auf, ruhig zu bleiben. Die Behörden arbeiteten „unermüdlich daran, unseren Brüdern und Schwestern die notwendige Hilfe zukommen zu lassen“.

          Die starken Regenfälle, die nach Angaben von Meteorologen noch bis April andauern dürften, sind eine Folge des Klimaphänomens „El Niño“. Das Oberflächenwasser vor der Pazifikküste Perus ist in diesem Jahr um bis zu fünf Grad wärmer als durchschnittlich. Gewöhnlich fällt in der ariden Küstenregion Perus westlich der Anden wenig Niederschlag. Auf den trockenen und sandigen Böden mit wenig Vegetation fließen die Regenmassen an der Oberfläche ab, statt ins Erdreich einzudringen.

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