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Bombenentschärfung in Hamburg : Brisanter Einsatz

Die Reste der 250 Kilo-Bombe nach der Entschärfung. Bild: dpa

In Hamburg ist eine gefährliche 500-Pfund-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Die Sprengmeister benötigten dafür mehr als 21.000 Liter Wasser.

          In Hamburg-Altona wurde am Montagabend eine britische 500-Pfund-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft, die wegen eines beschädigten Zünders jederzeit zu explodieren drohte. Die Bombe wurde am Vormittag bei der Auswertung von Luftaufnahmen entdeckt. Sie steckte in zwei Metern Tiefe senkrecht im Boden und war offenbar schon früher einmal bewegt worden.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Sofort wurde im Umkreis von 300 Metern das Gelände abgesperrt. Auch die Elbchaussee war in beide Richtungen gesperrt, was später den Feierabendverkehr im Westen Hamburgs erheblich beeinträchtigte. Anwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, Übergangsquartiere wurden eingerichtet. Der Kampfmittelräumdienst rückte an, sprach von einem der brisantesten Einsätze seit Jahren und sah nur die eine Möglichkeit: den Zeitzünder aus der Bombe herauszusprengen, ohne dass die Bombe dabei selbst in die Luft geht.

          Drohne überwacht Entschärfung

          Um die Folgen so gering wie möglich zu halten, stellten die Sprengmeister ein Holzgerüst über dem Fundort auf, auf dem ein Kunststoffsack, gefüllt mit 21.000 Litern Wasser, lag. Ausgelöst wurde die gezielte Explosion aus einem gepanzerten Container heraus, 80 Meter von der Fundstelle entfernt. Über dem Gelände überwachte eine mit einer Kamera bestückte Drohne die Arbeiten. Um 18.30 Uhr war es soweit. Die Explosion wurde ausgelöst, der Kunststoffsack riss, Rauch stieg auf. Aber die Bombe an sich war nicht explodiert. Nun musste das Wasser abgepumpt werden, ehe der Kampfmittelräumdienst um 19.05 Uhr Entwarnung geben konnte: Die Bombe war entschärft. Sie wurde aus dem Schlamm gezogen, abtransportiert und wird später vernichtet.

          Über Hamburg sind mehr als 100.000 Tonnen Bomben im Zweiten Weltkrieg abgeworfen worden, viele davon mit einem Langzeitzünder. Mehr als 11.000 Blindgänger wurden seit Kriegsende entschärft, aber noch immer werden immer wieder Bomben gefunden, zuletzt erst Anfang Dezember nahe der Autobahn 25. Etwa zehn Prozent der auf Hamburg geworfenen Bomben sind angeblich nicht explodiert. Nur etwa 15 Prozent der Stadtfläche sollen heute garantiert frei von Weltkriegsbomben sein.

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