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Hunderte Nachbeben : Zahl der Erdbeben-Opfer in Albanien steigt

  • Aktualisiert am

Türkische Rettungskräfte suchen zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in Durres in einem eingestürzten Gebäude nach Überlebenden. Bild: dpa

In Albanien steigt die Zahl der vom Erdbeben getöteten Menschen auf 40. Unter den Trümmern sind weiterhin Menschen eingeschlossen – die Zahl der Vermissten ist weiterhin unklar.

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          Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in Albanien ist die Zahl der Todesopfer auf 40 gestiegen. Rettungskräfte hätten in der Nacht zum Donnerstag zehn weitere Leichen aus den Trümmern geborgen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Rund 50 Menschen seien bisher lebend geborgen worden, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

          Das Beben der Stärke 6,4 hatte am frühen Dienstagmorgen den Westen Albaniens erschüttert. Am schwersten betroffen waren die Hafenstadt Durres und der nahegelegene Ort Thumana. Dort stürzten viele Gebäude ein, Dutzende weitere wurden beschädigt. Rund 650 Menschen wurden verletzt. Die Zahl der Vermissten war am Donnerstag weiter unklar.

          Mit der Unterstützung von Spürhunden und rund 200 Experten aus ganz Europa suchten Bergungsteams in den Ruinen nach weiteren Verschütteten. Doch mit jeder weiteren Stunde schwand die Hoffnung, noch Überlebende zu finden. Erschwert wurde die Arbeit der Teams durch ständige neue Nachbeben.

          Am Donnerstag dann wurden die Bergungsarbeiten in Thumana eingestellt. Nach dem Fund von 20 Leichen werde dort niemand mehr vermisst, erklärte das Verteidigungsministerium.

          In der bei Touristen beliebten Hafenstadt Durres dauerte die Tragödie indes an: In der Nacht fanden die Bergungskräfte unter den Trümmern eines sechsstöckigen Gebäudes die eng umschlungenen Leichen einer Mutter und ihres Sohnes. Damit sei die gesamte Familie dem Beben zum Opfer gefallen, sagte der albanische Helfer Ilir Duka. Nach seinen Angaben waren am Vortag bereits Vater und Tochter tot geborgen worden.

          Eine Frau, deren Schreie noch am Dienstag aus den Trümmern eines weiteren eingestürzten Hauses zu hören gewesen waren, wurde inzwischen zwar lebend geborgen, starb aber kurz darauf im Krankenhaus. Ihr totes Kind hatte die gesamte Zeit neben ihr gelegen.

          Die Regierung in Tirana hatte am Vortag für die beiden Orte einen 30 Tage langen Notstand erklärt. Tausende Menschen, die in Durres bislang in Zelten ausharren mussten, wurden in der Nacht zum Donnerstag in Hotels und einem Sportzentrum untergebracht.

          Einige von ihnen können möglicherweise schon bald in ihre Wohnungen zurückkehren, sobald die Sicherheitskontrollen abgeschlossen sind. Den anderen versprach Regierungschef Edi Rama, dass sie noch im nächsten Jahr in neue Wohnungen umsiedeln können. In Albanien, einem der ärmsten Länder Europas, wird häufig illegal gebaut – und oftmals ohne Rücksicht auf die Sicherheit der Gebäude.

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