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300.000 Haushalte ohne Strom : 27 Verletzte in Portugal nach Sturm „Leslie“

Eine Straße in Figueira da Foz ist gesperrt, nachdem ein Strommast umgekippt ist. Bild: AFP

Durch die starken Böen wurden in Portugal Bäume entwurzelt, Autos und Häuser beschädigt. Fast 30 Menschen wurden verletzt, Hunderttausende waren zeitweise ohne Strom. Insgesamt war „Leslie“ jedoch nicht so schlimm wie erwartet.

          Die Warnungen am Samstagabend waren furchterregend: Der schlimmste Sturm seit 1842 werde Portugal in der Nacht zum Sonntag erreichen und die Hauptstadt Lissabon mit voller Wucht treffen. Doch die Reste des Hurrikans „Leslie“ entpuppten sich dann als weniger dramatisch. Noch vor der portugiesischen Atlantikküste wurde er zu einem tropischen Wirbelsturm herabgestuft. Anders als ursprünglich vorhergesagt, erreichte er gegen Mitternacht 200 Kilometer nördlich von Lissabon bei Figueira da Foz das Festland, wo er besonders im Bezirk von Coimbra Schäden anrichtete.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Nach Angaben der portugiesischen Katastrophenschutzbehörde wurde 27 Personen leicht verletzt, viele von ihnen durch umgestürzte Bäume und herabfallende Äste. 61 Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Mehr als 300.000 Menschen nördlich des Tejo-Flusses waren zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten. Hunderte Bäume wurden entwurzelt, mehrere Dutzend Flüge vorsorglich abgesagt.

          Zudem wurden zahlreich Straßen gesperrt, darunter auch eine Autobahn. Die Rettungskräfte rückten insgesamt 1900 Mal aus, bis der Sturm, der sich über Portugal weiter abschwächte, am frühen Morgen bei Zamora Spanien erreichte. In 39 der 50 spanischen Provinzen gab es Unwetterwarnungen, vor allem vor starken Regenfällen.

          Suche nach vermissten Kind auf Mallorca dauert an

          Im Osten der Balearen-Insel Mallorca ging am Sonntag die Suchaktion nach dem fünf Jahre alten Jungen weiter, der seit dem Unwetter mit zwölf Toten am vergangenen Dienstag vermisst wird. Nachdem der Sturzbach, an dem das Auto seiner Mutter weggespült worden war, mehrfach vergeblich überprüft wurde, konzentriert man sich jetzt auf die Meeresmündung S’Illot, wie die „Mallorca-Zeitung“ am Sonntag berichtete.

          An den Aufräumarbeiten beteiligten sich am Wochenende mehr als tausend Freiwillige. Es meldeten sich so viele, dass die Einsatzzentrale weitere Helfer darum bat, nicht mehr ins Katastrophengebiet zu kommen. Sie konnte die Welle der Hilfsbereitschaft nicht mehr koordinieren.

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