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Bluttat in Kitzbühel : 26-Jähriger erhält lebenslang nach Fünffachmord

  • Aktualisiert am

Nach dem Fünffachmord in Kitzbühel im Oktober des vergangenen Jahres hat das Landesgericht Innsbruck ein Urteil gegen den Anklagten gesprochen. Bild: dpa

Nachdem seine Freundin die Beziehung zu ihm beendete, tötete ein 26 Jahre alter Mann die Frau und ihre Familie. Er muss lebenslang ins Gefängnis.

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          Nach dem Fünffachmord im österreichischen Kitzbühel im Oktober vergangenen Jahres ist der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richterin begründete das Urteil am Mittwoch mit der „besonders kaltblütigen und heimtückischen“ Art der Tat, da die Opfer teilweise in ihren Betten erschossen wurden. Zum Prozessauftakt am selben Tag hatte sich der 26-jährige Angeklagte schuldig bekannt, seine 19-jährige Ex-Freundin, deren neuen Freund sowie ihre Eltern und ihren Bruder in deren Haus erschossen zu haben.

          Das Urteil der Geschworenen fiel einstimmig aus, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA. Doch war das Urteil noch nicht rechtskräftig.

          Der Verurteilte soll laut der Staatsanwaltschaft zum Tatzeitpunkt zwischen 0,6 und 1,65 Promille gehabt haben, aber zurechnungsfähig gewesen sein. Auch die Psychiaterin, die sich am Mittwoch vor Gericht äußerte, hielt den Angeklagten für voll zurechnungsfähig. Der Beschuldigte habe jedoch ein „ausgeprägtes Bedürfnis, seinen Platz bei jemanden zu finden“, zitierte APA die Psychiaterin.

          Als er dann von seiner Ex-Freundin und ihrer Familie abgewiesen wurde, sei sein gesamtes Beziehungsgeflecht zusammengebrochen. Dennoch habe der Angeklagte gewusst, was er tat, hob die Psychiaterin hervor. „Er ist völlig normal. Es gibt keine psychiatrische Diagnose und das mag vielleicht für viele das Erschreckendste sein.“

          Nach der Tat in dem berühmten Tiroler Wintersportort stellte sich der junge Mann der Polizei. Als Motiv vermuten die Ermittler Eifersucht oder Zurückweisung - die 19-Jährige hatte ihre Beziehung beendet.

          Laut der Verteidigerin des Angeklagten handelte es sich aber nicht um eine reine Tat aus Eifersucht, wie APA berichtete. „Es ist viel komplexer“, sagte die Rechtsanwältin. Ihr Mandant sei sehr wohlbehütet aufgewachsen und habe nie gelernt, seine emotionalen Bedürfnisse zu artikulieren.

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