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20 Jahre Flughafenbrand : Per Aufzug ins Inferno

Zwei Feuerwehrleute inspizieren den mit giftigen Dioxin-Stäuben versuchten Blumenladen am Flughafen. Bild: dpa

An diesem Montag vor 20 Jahren brannte der Flughafen Düsseldorf. Die Katastrophe forderte 17 Menschenleben und mehrere Verletzte. Rückblick auf einen Unglückstag.

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          Es war kurz vor 16 Uhr am 11. April 1996, als sich mit einem Mal eine gewaltige Feuerwalze durch die Ankunftsebene des Terminals A am Düsseldorfer Flughafens fraß. 16 Reisende erstickten binnen weniger Minuten; eine Frau starb später im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen. 88 Reisende wurden zum Teil schwer verletzt. Es entstand ein Schaden in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Eine „peinliche, hochkonzentrierte Summe misslicher Einzelfaktoren“ führte nach Einschätzung des damaligen nordrhein-westfälischen Justizministers Jochen Dieckmann zu der größten Brand-Katastrophe auf einem Passagierflughafen in Deutschland.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Es war der Donnerstag nach Ostern. Neben Geschäftsreisenden waren viele Urlauber und Abholer im Flughafen unterwegs. Es herrschte reger, aber routinierter Betrieb. Zur Routine zählten auch Instandhaltungsarbeiten. Auf einer Zufahrt über der Ankunftsebene von TerminalA begannen Arbeiter gegen 13 Uhr an einer metallbewehrten Dehnungsfuge mit Schweißarbeiten. Eigentlich handelte es sich nicht um eine große Sache. Aber Schweißen ist brandgefährlich. Deshalb gibt es dicke Abhandlungen, Regelwerke und Vorschriften über die Sicherheit beim Schweißen. Doch der Chef der Schweißer hatte die vorgeschriebene Brandwache vergessen.

          Feuerwalze von mehreren hundert Metern

          Gegen 15.30 Uhr fielen einem Taxifahrer Funken und Rauch an der Decke in der Nähe eines Blumenladens auf. Er alarmierte die Flughafenfeuerwehr. Zwei ihrer Einsatzkräfte trafen zwar nur wenige Minuten später ein, doch es verging noch einmal wertvolle Zeit, bis sie im weitläufigen Gebäude die Arbeiter auf der Zufahrt zur Abflugebene über dem Blumenladen entdeckten. Umgehend forderten die Feuerwehrleute sie auf, das Schweißen einzustellen.

          Wie weitflächig sich der Schwelbrand schon ausgebreitet hatte, der durch kochend heißes Bitumen entstanden war, das aus der Dehnungsfuge im vorschriftswidrig verwendeten Dämmmaterial der Zwischendecke des Terminals tropfte, konnten die beiden Feuerwehrleute nicht ahnen. Wenig später spitzte sich die Lage dramatisch zu. Durch die Hitzeentwicklung stürzte die Zwischendecke ein. Schlagartig drangen große Mengen Sauerstoff ein, und aus dem Schwelbrand wurde auf einer Länge von mehreren hundert Metern eine Feuerwalze. Weite Teile des Abfertigungsgebäudes waren blitzschnell verraucht.

          Kein Entkommen im Lift

          Besonders betroffen war die VIP-Lounge der Fluggesellschaft Air France, wo allein acht Personen erstickten. Einige Reisende schlugen sich ihre Finger blutig an Fenstern, die sich nicht öffnen ließen. Nur einem französischen Unternehmer gelang es, sich aus der Lounge zu retten. Er griff sich einen schweren Sessel und zertrümmerte damit die Glasfront. Bei einem Sprung mehrere Meter in die Tiefe zog er sich schwere Schädelverletzungen zu. Sieben Personen, unter ihnen ein Vater mit seinem kleinen Sohn, kamen ums Leben, weil Fahrstühle sie aus dem Parkdeck direkt ins Inferno transportierten. Als sich ihre Türen öffneten, strömte der Rauch in den Fahrkorb und blockierte die Lichtschranke.

          Reanimation eines Verletzten
          Reanimation eines Verletzten : Bild: dpa

          Ein Entkommen war für die Menschen im Lift nicht mehr möglich. Derweil versuchten andere Reisende verzweifelt, sich in den Flughafentoiletten in Sicherheit zu bringen. Ein Brite erinnerte sich nach der Katastrophe, wie er mit anderen Fluggästen verzweifelt versuchte, die Tür zum Waschraum mit feuchtem Toilettenpapier abzudichten. Einem Geschäftsmann gelang es, sein Unternehmen im heimischen Dresden per Mobiltelefon zu erreichen. Nach mehreren Versuchen schaffte es seine Mitarbeiterin dann endlich, die Leitstelle der Düsseldorfer Feuerwehr zu erreichen und die Einsatzkräfte aus der Ferne zu ihrem Chef zu lotsen.

          Zusammenbruch des Straßenverkehrs am Flughafen

          Die Düsseldorfer Feuerwehr kam in einem offiziellen Bericht zu der Einschätzung, dass sie der Einsatz bei der Flughafen-Katastrophe nicht nur „bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gefordert“ habe, sondern dass diese auch überschritten wurde. Das Einsatz-Chaos begann damit, dass die FlughafenFeuerwehr zu lange glaubte, die Sache selbst in den Griff zu bekommen. Später kamen dann zwar neben der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr auch Einsatzzüge aus Ratingen, Duisburg, Neuss oder Wuppertal hinzu.

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