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Germanwings-Absturz : Überall herrscht Entsetzen

Ein Mitarbeiter des Flughafen Care Team kümmert mich um eine Angehörige. Bild: dpa

Am Dienstagvormittag wurde aus der Angst Gewissheit: Alle 150 Insassen des Flugs 4U 9525 aus Barcelona werden ihren Zielflughafen Düsseldorf nie erreichen. Sie starben in den französischen Alpen. Düsseldorf, Berlin und Paris sind in Trauer vereint.

          Flug 4U 9525 aus Barcelona leuchtet noch lange auf den elektronischen Ankunftstafeln. Die Maschinen aus Istanbul, Dubai und Abu Dhabi, allesamt später erwartet, sind längst in Düsseldorf gelandet. Blaue, hin und her springende Punkte zeigen das an. 4U 9525 aus Barcelona hat keinen blauen Punkt, und auch das Feld mit der Ankunftszeit ist leer. Das sind zunächst die einzigen offiziellen Hinweise, dass etwas Schreckliches passiert ist. In der in einem weiten Bogen geschwungenen Ankunftshalle des Düsseldorfer Flughafens herrscht reges Treiben wie an jedem gewöhnlichen Reisetag. Immer wieder öffnen sich die gläsernen Schiebetüren. Freunde, Verwandte nehmen ihre Angehörigen wie an jedem gewöhnlichen Reisetag in Empfang. Ein Mann hat seiner Liebsten eine rote Rose mitgebracht.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Allmählich verbreitet sich unter den Angekommenen die Nachricht, dass ein Germanwings Airbus mit 150 Passagieren und Crew-Mitgliedern an Bord auf seinem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den südfranzösischen Alpen abgestürzt ist. Eine Frau zieht ihr Mobiltelefon aus der Handtasche und fotografiert den Schriftzug 4U 9525 auf der Anzeigetafel. Es ist ein modernes Memento mori. Und dann sind auf einmal immer mehr Fernsehteams in der Ankunftshalle unterwegs.

          Als die Leitung des Flughafens Düsseldorf um 11.30 Uhr die Nachricht erhält, dass der für 11.55 Uhr erwartete Airbus 320 der Lufthansa-Tochter Germanwings in Südfrankreich vom Radar verschwunden ist, tritt ein Krisenstab zusammen und setzt die Notfallpläne in Kraft. Etwa zwanzig Personen warten zu diesem Zeitpunkt auf die Ankunft von Flug 4U 9525. Notfallseelsorger eilen herbei, um ihnen die schreckliche Nachricht zu überbringen, sie zu betreuen. Flughafen-Mitarbeiter in blauen Westen mit der Aufschrift „Airport Care Team“ führen sie weg in den VIP-Bereich. Die Verwandten und Freunde der Opfer sollen vor allzu neugierigen Blicken abgeschirmt werden.

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          Aber auch noch weit nach 12 Uhr kommen noch immer Angehörige und Freunde. Eine Frau, vielleicht dreißig Jahre alt, ist in Tränen aufgelöst. Ein Mann stützt sie. So bitterlich schluchzt die Frau, dass eine Fernsehjournalistin, die die Szene mit ihrem Team filmen will, selbst in Tränen ausbricht. Der einzige Halt einer anderen Frau ist ein Bundespolizist. Mit beiden Händen umfasst sie seinen Oberarm. Sein Kollege zieht sich seine Mütze ab, um sie als Sichtschutz vor Kameraobjektiven zu verwenden.

          Als die französische Flugsicherung um 10 Uhr 47 Alarm schlägt, weil der Kontakt zu Flug 4U 9525 abgebrochen ist, warten vor dem Invalidendom in Paris die Kavalleristen der Republikanischen Garde in Paradeuniform und mit prächtigen Rössern gerade auf das spanische Königspaar. Der französische Premierminister Manuel Valls, der als Spanier geboren wurde, empfängt Felipe und Letizia mit militärischen Ehren. Die schmucke Reitergarde geleitet kurze Zeit später das Königspaar über die Brücke Alexandre III. zum Elysée-Palast. Ein Gespräch mit Präsident François Hollande soll den Auftakt des Staatsbesuchs des Monarchen in Frankreich bilden, für den die Gastgeber drei Tage lang alle republikanische Pracht aufbieten wollten. Felipe soll in der Nationalversammlung eine Rede halten, im Élysée-Palast ist alles bereit für ein großes Staatsbankett, im Grand Palais wird dem Gast aus Spanien zu Ehren eine große Velázquez-Ausstellung eröffnet.

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