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Unfall : Tankstellenexplosion in Goma fordert bis zu 100 Menschenleben

  • Aktualisiert am

Weiter bleibt die Lava gefährlich - trotzdem kehren Tausende zurück Bild: aptn

Bis zu 100 Menschen soll der Versuch, Benzin und Diesel abzuzapfen, in der von der Lava verwüsteten Stadt zum Verhängnis geworden sein.

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          Höher als zunächst befürchtet dürfte die Zahl der Todesopfer ausfallen, die eine Tankstellenexplosion am frühen Montagmorgen im kongolesischen Goma gefordert hat. Ein Sprecher der Rebellenorganisation, die die Region kontrolliert, sprach am frühen Nachmittag von bis zu 100 Toten. Am Morgen war von rund 50 Opfern die Rede gewesen.

          Unklar ist, wie es zu der Katastrophe gekommen war. Augenzeugen berichteten, es sei zu dem Inferno gekommen, als Plünderer die Benzinvorräte der Tankstelle angezapft hätten. Vermutlich sei austretendes Benzin auf einen heißen Lavastrom getroffen. Das Feuer war auch am Nachmittag noch nicht gelöscht. Seit Samstag kommt es in Goma zu Plünderungen, die sich nach Berichten von Augenzeugen täglich ausweiten.

          Flüchtlinge kehren zu früh zurück

          Unterdessen sorgen sich Hilfsorganisationen, die nach dem Ausbruch des Nyiragongo am vergangenen Donnerstag rund 400.000 Flüchtlinge versorgen müssen, um die schnelle Rückkehr der Menschen. Rund drei Viertel der Geflüchteten scheinen sich mittlerweile auf den Rückweg nach Goma gemacht zu haben - wohl auch, um ihr Hab und Gut vor den Plünderern zu schützen. Trotz massiver Warnungen vor weiteren Vulkanausbrüchen ist eine unbekannte Zahl von Menschen seit Sonntag zurück nach Goma gekommen. Lediglich 5.000 suchten Obdach in den eingerichteten Notlagern auf ruandischer Seite.

          Zwischen den Bürgerkriegsstaaten Kongo und Ruanda gelegen: der Nyiragongo

          Helfer bemühten sich vergeblich, weitere Vulkanopfer in die rund 20 Kilometer entfernten Camps zu leiten. „Wir versuchen nun, die Menschen durch die Verteilung von Notrationen am Straßenrand zu motivieren, sich doch in die Lager zu begeben“, sagte eine Sprecherin des UN-Welternährungsprogramms (WFP), Laura Melo.

          Hungerhilfe in der Zwickmühle

          Derweil kritisierten lokale wie internationale Helfer die UN-Organisation: 1.000 Tonnen Nahrungsmittel lagern, auch nach Bestätigung von Sprecherin Melo, unangetastet in einem WFP-Lager in Goma. Gleichzeitig hungern dort Zehntausende Menschen. „Wenn wir hier mit der Vergabe von Nahrungsmitteln anfangen, wirkt das wie ein Magnet, und der Rest der Flüchtlinge fühlt sich aufgefordert, auch nach Goma zu kommen“, rechtfertigte Melo die Haltung des WFP.

          UN-Organisationen suchen nun nach einem Weg, um dem Problem des Rückkehrer-Stroms zu begegnen. Sie verweisen eindringlich auf die Gefahr möglicher weiterer Eruptionen des zehn Kilometer entfernten Nyiragongo, in dessen Glut am Donnerstag mindestens 45 Menschen ums Leben kamen. Nach wie vor bebte in regelmäßigen Abständen die Erde.

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