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Unfälle : Gutachten stützt Verdacht gegen Autobahnraser von Karlsruhe

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Das Gutachten eines Sachverständigen ergab, daß der 34jährige Testfahrer von Daimler-Chrysler durch Drängeln den tödlichen Verkehrsunfall vom 14. Juli verursachte.

          Das Gutachten eines Sachverständigen hat den dringenden Tatverdacht gegen den Autobahnraser von Karlsruhe gestützt. Demnach habe der 34jährige Testfahrer von Daimler-Chrysler durch Drängeln den tödlichen Verkehrsunfall vom 14. Juli verursacht, teilte Oberstaatsanwalt Peter Zimmermann am Donnerstag mit. Der Tatverdächtige habe sich auf der Autobahn 5 mit einer Geschwindigkeit von etwa 220 Stundenkilometern von hinten dem Wagen einer Frau genähert. Dies sei „ursächlich für die tödlich verlaufenden Fahrmanöver der 21-Jährigen“ gewesen.

          Der Wagen der Frau war ins Schlingern geraten, von der Fahrbahn abgekommen und gegen Bäume geprallt. Die junge Mutter und ihre zweijährige Tochter waren sofort tot. Der Fahrer des Mercedes CL 600 raste davon. Nach sechs Wochen wurde er von der Polizei ermittelt.

          Abschließende Klärung steht noch aus

          „Was genau die Frau zu ihren Reaktionen veranlaßt hat, insbesondere ob es zu einer Berührung der beiden Fahrzeuge gekommen ist, ist noch nicht abschließend geklärt“, teilte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe mit. „Auf Grund des nunmehr vorliegenden Gutachtens kann nicht nachgewiesen werden, daß es tatsächlich zu einer Berührung der Fahrzeuge gekommen ist.“ Zu dieser Frage sei ein weiteres Gutachten beim Landeskriminalamt in Auftrag gegeben worden. Dieses soll in Kürze vorliegen.

          „Ob der Beschuldigte den Unfall bemerkt hat, ist lediglich für den Tatbestand des unerlaubten Entfernens vom Unfallort von Bedeutung“, betonte Zimmermann. In jedem Fall bestehe weiterhin ein dringender Verdacht auf fahrlässige Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs. Das Amtsgericht Karlsruhe hatte dem mutmaßlichen Drängler daher die Fahrerlaubnis entzogen. Dagegen wurde „bisher kein Rechtsmittel eingelegt“, teilte Zimmermann mit. Der Oberstaatsanwalt rechnet nach derzeitigem Stand mit einem Abschluß des Verfahrens bis Ende September.

          Verdächtiger bestreitet die Tat

          Der Tatverdächtige war auf dem Weg zur Daimler-Chrysler-Teststrecke in Papenburg (Emsland). Er bestreitet eine Verwicklung in den Unfall. Einen solchen Vorfall habe er gar nicht bemerkt, sagte er den Ermittlern.

          Nach einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ war der Mercedes für Meßreihen verkabelt. Sensoren sollten Daten für Testreihen liefern. Ob die daraus gewonnenen Daten helfen, den Unfall zu rekonstruieren, sei noch unklar. Ein Daimler-Chrysler-Sprecher bestätigte der Zeitung, daß die Alltagstauglichkeit der Autos auch auf der Autobahn getestet werden.

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