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Umweltverschmutzung : Schwimmende Müllhalden

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Der Großteil des Plastikmülls gelangt über Flüsse ins Meer Bild: dpa

Plastikmüll verschmutzt nicht nur Seen und Flüsse, sondern auch die Ozeane. Nicht nur im Pazifik, sondern auch im Atlantik gibt es gigantische Müllhalden. Meereslebewesen nehmen die gefährlichen und krebserregenden Substanzen auf, die so auch auf unseren Tellern landen.

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          Der „Great Pacific Garbage Patch“ ist schon seit Jahren bekannt: Mehr als 100 Millionen Tonnen Kunststoffmüll wirbeln im Nordpazifik herum. Mittlerweile hat der Müllteppich, der von Meeresströmungen zwischen Nordamerika und Asien zusammengetrieben wurde, eine Fläche erreicht, die mindestens der Größe Mitteleuropas entspricht.

          Dass das Plastik durch Naturgewalten in immer kleinere Teile zerlegt wird und sich sogar fast auflösen kann, macht es nicht ungefährlicher: Meereslebewesen verenden dann zwar nicht mehr an dem unverdaulichen Zivilisationsmüll, trotzdem nehmen sie die gefährlichen und krebserregenden Substanzen auf, die so auch in die menschliche Nahrungskette gelangen.

          200.000 Plastikstücke auf einem Quadratkilometer

          Nun haben Forscher der amerikanischen Organisation „Sea Education Association“ (Sea) eine ähnlich große schwimmende Müllhalde im Nordatlantik nachgewiesen. Die Ergebnisse stützen sich nach Angaben der Sprecherin von Sea, Kara Lavender, auf die umfangreichsten Untersuchungen, die jemals vorgenommen wurden. Die Wissenschaftler entnahmen mit Hilfe von Netzen Proben an 6100 Stellen, vor allem in der Karibik und vor der Ostküste der Vereinigten Staaten. „Auf einen Quadratkilometer verteilt fanden wir bis zu 200.000 Plastikstücke“, sagt Lavender.

          Alle Plastikgegenstände eines Haushalts in Amerika - feinsäuberlich im Garten aufgereiht

          Wie im Pazifik sammele sich der Müll aufgrund von Oberflächenströmungen vermehrt an einer Stelle - zwischen dem 22. und 38. Grad nördlicher Breite. Der Großteil des Mülls (von Plastiktüten und -flaschen bis zu CD-Hüllen und Feuerzeugen) gelangt über Flüsse ins Meer. Die Zersetzung dauert lange: Ein Stück Kunststoff, von der amerikanischen Navy im Zweiten Weltkrieg auf See verloren, trieb 60 Jahre im Wasser, bis es von einem Albatros verschluckt wurde.

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