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Wieder Smog : Offene Kritik an Pekings Größenwahn

  • Aktualisiert am

Die Gesichtsmasken sind ein kleiner Schutz gegen die schlechte Luft Bild: REUTERS

Die Schadstoffbelastungen der Luft in Peking hat in diesem Winter bislang ungekannte Höchstwerte erreicht. Mit dem immer wiederkehrenden Smog wächst die Kritik an den überforderten Behörden.

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          Wegen der ungewöhnlich hohen Schadstoffbelastungen hat Chinas Hauptstadt Peking am Dienstag wieder den Luftnotstand ausrufen müssen. Die amerikanische Botschaft warnte vor „gefährlicher Luft“ in der 20-Millionen-Metropole. Kinder, Alte und Kranke sollten bei der „schweren Luftverschmutzung“ gar nicht vor die Tür gehen, rieten die Stadtbehörden. Auch gesunde Menschen sollten „Freiluftaktivitäten vermeiden“. Gewarnt wird vor „starken Irritationen und Symptomen, die Krankheiten auslösen“.

          In den Krankenhäusern steigt die Zahl der Patienten mit Atemwegsleiden sowie Herz- und Kreislauferkrankungen sprunghaft. Der schwere Smog hält Peking und andere chinesische Städte seit Anfang Januar schon im Würgegriff. Der besonders gefährliche Feinstaub, der über die Lunge direkt ins Blut gelangen kann, erreichte am Dienstag in der Hauptstadt wieder das 20-Fache des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwertes.

          Viele kranke Kinder mit Atemwegsproblemen

          Die Luftwerte sind schon seit Sonntag wieder so schlecht. Doch riefen die Stadtbehörden nur die dritthöchste Alarmstufe „Gelb“ aus. Trotz amtlicher Warnungen vor Freiluftaktivitäten gab es keine spezielle Anweisung an Schulen, den Sportunterricht im Freien einzustellen. „Die Hauptstadt sieht einen rapiden Anstieg in der Zahl von Patienten, besonders kranken Kindern mit Atemwegsymptomen“, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua.

          Ein Grund für den Smog ist der stetig wachsende Verkehr Bilderstrecke

          In der Notaufnahme des Pekinger Boai Krankenhauses stieg die Zahl der Patienten um das Zwei- bis Dreifache, berichtete die „Beijing Wanbao“. Der Vizepräsident des Krankenhauses Nr. 6, Wei Tianni, berichtete, 60 Prozent der neuen Patienten in der Abteilung für Atemwegprobleme litten unter Husten, der durch Luftverschmutzung verursacht sei. Die hohen Schadstoffbelastungen schwächten das Immunsystem und erleichterten den Ausbruch von Atemwegproblemen oder auch Herz- und Kreislauferkrankungen, warnen Ärzte.

          Industrialisierung, Zunahme des Verkehrs und hoher Energieverbrauch

          „Die gegenwärtigen Umweltprobleme sind besorgniserregend“, stellte der neue Pekinger Bürgermeister Wang Anshun fest, der am Vortag sein Amt übernommen hat. Er kündigte für dieses Jahr aber als Ziel nur eine Reduzierung der wesentlichen Schadstoffe um zwei Prozent an. Staatsmedien zeigten sich skeptisch, ob die Maßnahmen ausreichten. Die Schadstoffbelastungen haben diesen Winter bislang ungekannte Höchstwerte erreicht. Ursache sind die rasante Industrialisierung, die Zunahme des Verkehrs und Energieverbrauchs, der zu zwei Drittel aus Kohle gedeckt wird, sowie der kalte Winter.

          „Was ist eine Weltstadt?“, fragte die „China Daily“ in einem Kommentar. „Es sollte ganz bestimmt weder eine Stadt sein, die an den meisten Wintertagen unter einer Smogglocke liegt, noch eine Stadt, deren Straßen von Verkehr verstopft sind.“ Es gebe in Peking die Mentalität, das immer alles das Größte sein müsse. Der Mangel an langfristiger Planung, an Aufmerksamkeit für Probleme der Stadterweiterung und Details, die Städte lebenswert machten, „wird definitiv katastrophal“, kommentierte die „China Daily“.

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