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Wetter : Deutschland soll Tornado-Warnsystem bekommen

  • Aktualisiert am

2004: Tornado in Duisburg Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

In Deutschland werden pro Jahr bis zu 20 Wirbelstürme beobachtet. Meist geht das Unwetter glimpflich aus, doch verheerende Folgen sind nicht ausgeschlossen. Jetzt soll ein System zur Vorhersage und Warnung vor Tornados aufgebaut werden.

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          In Deutschland soll ein System zur Vorhersage und Warnung vor Wirbelstürmen, so genannten Tornados, aufgebaut werden.

          „Es ist nur glücklichen Umständen zu verdanken, daß bei den letzten Tornados nur wenige Menschen verletzt und niemand getötet wurde“, erklärte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitag in Langen auf einer Fachtagung. Friedrich verwies auf die USA, wo jedes Jahr über 1000 Tornados insgesamt bis zu 50 Tote fordern und Schäden bis zu einer dreiviertel Milliarde Euro anrichten.

          Kleinräumiger, schlachförmiger, intensiver Wirbelsturm

          Dagegen seien zwar Tornados in Deutschland eher glimpflich ausgegangen. Doch bislang seien sie kaum vorhersagbar und das soll sich nun ändern. Ein Tornado ist ein kleinräumiger, schlauchförmiger und sehr intensiver Wirbelsturm, der fast immer im Zusammenhang mit kräftigen Gewittern auftritt. Die maximale Windgeschwindigkeit eines Tornados wurde in den USA mit 500 Kilometern pro Stunde gemessen.

          Ein zerstörtes Auto in der Duisburger Innenstadt nach dem Tornado im Juli 2004

          In Deutschland werden pro Jahr zehn bis 20 eher schwache Tornados beobachtet. Verheerende Wirbelstürme sind aber durchaus möglich. So wie jene Windhose, die am 10. Juli 1968 über das baden-württembergische Pforzheim fegte. Sie forderte zwei Menschenleben, verletzte 200 Bürger zum Teil lebensgefährlich und verursachte an 1750 Häusern Schäden in Millionenhöhe. Bekannt ist bislang, daß Tornados in Deutschland gehäuft nachmittags in den Monaten Juni und Juli auftreten.

          Extrem gefährliches Wetterphänomen

          Die Sicherheit, daß sich ein Tornado gebildet hat, liefern dem DWD zufolge aber nur Augenzeugen. Deshalb soll nun ein Beobachtungsnetz aufgebaut werden, in das auch Polizei und Feuerwehr eingebunden sind, um ein optimales Warn-Management zu ermöglichen. Ab 2006 soll zudem eine in Kanada entwickelte Computersoftware eingesetzt werden, mit der der DWD die Entstehung von Tornado-Zellen in der Atmosphäre womöglich vorhersehen kann.

          „Es ist notwendig, die Bevölkerung vor diesen sehr kurzfristig und kleinräumig auftretenden, aber extrem gefährlichen Wetterphänomenen künftig noch besser schützen zu können“, erklärte DWD-Experte Friedrich das Vorhaben.

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