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Tanker „Prestige“ : Mehr Öl ausgelaufen als bisher angenommen

  • Aktualisiert am

Die Aufräumarbeiten des vergangenen Herbstes Bild: ap

Das Ausmaß der Umweltkatastrophe durch den Untergang des Tankers „Prestige“ vor der Küste Nordwestspaniens ist weitaus größer als von der spanischen Regierung bislang zugegeben.

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          Mehr als 63.000 seiner 77.000 geladenen Tonnen Schweröl hat der vor neun Monaten gesunkene Tanker „Prestige“ in der Zwischenzeit verloren, wie die Presse am Dienstag berichtete. Die Regierung in Madrid hatte die ausgeströmte Menge bislang stets mit höchstens 40.000 Tonnen angegeben.

          Durch die Katastrophe vor der Küste Galiciens im November 2002 floß somit drei Mal mehr Schweröl ins Meer und an die Küsten als bei der Havarie der „Erika“ im Dezember 1999 vor der Bretagne. Und auch bei dem „Exxon-Valdez“-Unglück in Alaska 1989 waren „nur“ 42 000 Tonnen Rohöl ausgelaufen.

          Aktuelle Zahlen zeigen Ausmaß der Katastrophe

          Die aktuellen Zahlen zeigen das Ausmaß der Katastrophe und stammen von dem spanischen Ölkonzern Repsol, der mit der Bergung der restlichen Ladung des havarierten Tankers beauftragt worden ist. Danach lagern in den Tanks des Schiffes nur noch 13.800 Tonnen Öl. Die von dem Unternehmen eingesetzten Unterwasser-Roboter haben inzwischen die Lecks fast vollständig in dem in 4.000 Metern Tiefe liegenden Wrack abdichten können, so daß nur noch rund 20 Liter täglich austreten. Der stellvertretende spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy erklärte unterdessen in der galizischen Stadt Vigo, mittlerweile seien alle Lecks an dem Tanker abgedichtet worden.

          Auch neun Monate nach der Havarie gibt es noch Ölfunde
          Auch neun Monate nach der Havarie gibt es noch Ölfunde : Bild: AFP

          Umweltschützer und Bürgerinitiativen warfen der Regierung vor, das Ausmaß der Katastrophe ständig herunterspielen zu wollen. Zudem warnten sie, daß noch Tausende Tonnen Öl auf dem Meer schwämmen und auch diese in den kommenden Monaten die Küsten Spaniens, Portugals und Frankreichs verschmutzen könnten. Madrid schließt dagegen nicht aus, daß die „Prestige“ weniger Öl transportierte, als in den Frachtpapieren offiziell angegeben war.

          Scharfe Kritik an der Regierung

          Die spanische Regierung war wegen der Ölpest scharf kritisiert worden, weil sie den Tanker aufs offene Meer schleppen ließ, wo er zerbrach. Der Einhüllen-Tanker war am 13. November 2002 rund 150 Kilometer vor der galicischen Küste in Seenot geraten, sechs Tage später auseinander gebrochen und gesunken. Das Unglück ist die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte Spaniens: Etwa tausend Kilometer Küste und das Meer wurden verseucht. Noch heute werden Ölklumpen angeschwemmt.

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