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Ötzis letzte Mahlzeit : Hirschfleisch mit Fliegenmade

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So könnte er ausgesehen haben, unser Ötzi. Jetzt wissen wir noch ein bisschen mehr über ihn. Bild: AFP

Es gibt neue Erkenntnisse über die Gletschermumie Ötzi: Wir wissen nun, was er gegessen hat und dass er Gallensteine hatte. Auch woran er gestorben wäre, wenn er nicht getötet worden wäre, ist klar.

          Der Gletschermann „Ötzi“ hat kurz vor seinem Tod vor 5300 Jahren Steinbock, Brot und Salat gegessen. Er hatte braune Augen und litt unter anderem an Gallensteinen. Fleisch aß er auch, wenn es schon Maden hatte. Diese und weitere Details aus seinem Leben stellt das „Magazin National Geographic“ Deutschland in seiner November-Ausgabe vor.

          Demnach ernährte sich Ötzi insgesamt ausgewogen, habe aber Fleisch zumindest eine Zeit lang bevorzugt. Bei einer Autopsie stellten die Mumienforscher fest, dass er als letzte drei Mahlzeiten Steinbockfleisch, Hirschfleisch und in der letzten wieder Steinbock verzehrte. Das Hirschfleisch war offenbar nicht mehr ganz frisch gewesen, denn es enthielt eine Fliegenmade, die die Forscher im Darm der Mumie fanden. Als Beilage aß „Ötzi“ eine Art Brot sowie Pflanzen in Form von Gemüse oder Salat.

          Für eine zeitweise Ernährung vorwiegend mit Fleisch sprechen nach Ansicht der Forscher vor allem auch die bei einer computertomographischen Untersuchung gefundenen Gallensteine.

          In einer DNA-Analyse, deren erste Ergebnisse nun veröffentlicht wurden, stellten die Forscher fest, dass der Mann aus dem Eis braune Augen hatte und dass sein Gesundheitszustand nicht der allerbeste war. So habe die Untersuchung erste Hinweise auf eine genetische Disposition für ein erhöhtes Risiko von Arterienverkalkung erbracht. Wenn seine Angreifer ihn nicht mit einem Pfeil getötet hätten, wäre Ötzi vermutlich an einem Herzinfarkt oder Hirnschlag gestorben, glauben die Forscher.

          Ötzi war vor 5300 Jahren in den Ötztaler Alpen in Südtirol getötet worden. Ein Bergsteigerpaar hatte die Leiche aus der Jungsteinzeit am 19. September 1991 gefunden. Seitdem beschäftigen sich Forscher mit „Ötzi“, zahlreiche Mythen ranken sich um die Gletscherleiche.

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