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Nasa-Satellit "UARS" : Einschlag am Abend

Bild: reuters

Der ausrangierte Forschungssatellit „UARS“ der Nasa soll in der Nacht zum Samstag auf die Erde stürzen. Vermutlich in Nordamerika. Der Weltraumschrott wiegt noch fast sechs Tonnen, wird jedoch zum größten Teil in der Erdatmosphäre verglühen.

          Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch von einem Stück dieses speziellen Satelliten getroffen wird, liegt bei 1:3200. Das zumindest hat die amerikanische Raumfahrtbehörde (Nasa) ausgerechnet. International akzeptiert, etwa auch von der Europäischen Weltraumorganisation (Esa), ist eine Wahrscheinlichkeit von 1:10 000.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Damit scheint von dem amerikanischen Erdbeobachtungssatelliten („Upper Atmosphere Research Satellite“, UARS), der vor 20 Jahren in den Weltraum gebracht wurde und an diesem Freitag auf der Erde einschlägt, eine größere Gefahr als sonst auszugehen. Immerhin ist das Objekt etwa so groß wie ein Schulbus und wiegt noch 5,6 Tonnen. Doch auf seinem Weg wird der UARS in etwa 80 Kilometer Höhe größtenteils verglühen. Nur 26 kleinere Stücke mit einem Gesamtgewicht von etwa 500 Kilogramm werden die Erde überhaupt erreichen.

          Absturz war lange zu erwarten

          „Satelliten“, sagt der bei der Esa für Weltraumschrott zuständige Wissenschaftler Heiner Klinkrad, „fallen ständig vom Himmel.“ Im vergangenen Jahr waren es genau 22. Insgesamt kam es zu 369 unkontrollierten Wiedereintritten. Neben den 22 Satelliten schlugen 27 Reste von Raketenkörpern auf der Erde ein. Die 49 Schrottteile hatten nach Angaben Klinkrads ein Gesamtgewicht von 60 Tonnen. Was nicht viel sei angesichts der Menge der Objekte. Etwa ein Viertel des Schrotts traf auf Land (knapp 30 Prozent unseres Planeten sind nicht von Wasser bedeckt), der Rest stürzte in einen Ozean.

          Der 5,6 Tonnen schwere Satellit UARS wird bis auf 500 Kilogramm größtenteils verglühen

          Der UARS, der in etwa 580 Kilometer Höhe unter anderem die chemische Zusammensetzung der Ozonschichten über der Erde analysiert hat, wurde schon 2005 stillgelegt. Seither war klar, dass er irgendwann auf die Erde stürzen würde. Wo genau seine Überreste heute Abend unseren Planeten treffen, kann die Nasa allerdings erst kurz vor ihrem Wiedereintritt sagen. Die Nasa schloss allerdings schon am Donnerstag aus, als der UARS sich in etwa 195 Kilometer Höhe befand, dass Nordamerika getroffen werde.

          In rasantem Sturzflug auf die Erde

          Der Satellit wird in 100 Kilometer Höhe bei einer Geschwindigkeit von 27 000 Kilometern in der Stunde von seiner langsam absenkenden Umlaufbahn in einen vertikalen Sturzflug übergehen. Nachdem er dann den Punkt seiner größten Aufheizung erreicht hat und zerborsten ist, wird der Schrott zunächst nochmal abgebremst, bevor er in weniger als der Schallgeschwindigkeit, aber noch immer in einem rasanten Sturzflug in sieben bis acht Minuten zur Erde rast.

          Die Wahrscheinlichkeit, dass man persönlich am Boden dann von einem UARS-Rest getroffen wird, liegt bei 1:100 Milliarden. Theoretisch ist das Risiko, dass einen ein Blitz trifft, 60 000 Mal größer, das Risiko, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, sogar 27 Millionen Mal.

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