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Mondfinsternis : Versteckspiel am Himmel

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Bild: dpa

Rostrot steht der Vollmond in der Nacht zum Donnerstag am Himmel über Europa. Sichtbar wird das Himmelsschauspiel aber wohl nur da, wo sich Wolkenlücken auftun.

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          Ein kosmisches Schattenspiel erwartet die Mitteleuropäer am frühen Donnerstag morgen: Der Vollmond taucht vollständig in den Kernschatten der Erde ein. Diese totale Mondfinsternis ist von ganz Mitteleuropa aus sichtbar - wolkenfreien Himmel vorausgesetzt.

          Meteorologen rechnen allerdings mit eher trüben Aussichten, so daß vor allem im Westen und Norden Deutschlands auch die zweite Mondfinsternis dieses Jahres - wie schon im Mai - hinter Wolken verborgen bleiben könnte. Wer das Himmelsschauspiel verpaßt oder wegen bedeckten Himmels nicht beobachten kann, muß sich bis zur nächsten Chance am 3. März 2007 gedulden.

          Totale Mondfinsternis dauert fast eineinhalb Stunden

          Die totale Phase der Finsternis dauert fast eineinhalb Stunden, von etwa 4.23 Uhr bis 5.45 Uhr. Um 2.06 Uhr ist der erste Kontakt des Mondes mit dem Halbschatten zu beobachten, um 3.14 Uhr beginnt er in den Kernschatten der Erde hineinzuwandern und um 6.54 Uhr hat er ihn wieder verlassen. Um 8.03 Uhr hat er schließlich den Halbschatten auf der anderen Seite komplett hinter sich und scheint wieder voll.

          Wenn das Wetter es zulässt, präsentiert sich ein schaurig-schönes Farbenspiel am westlichen Himmel, denn der Mond verschwindet auch dann nicht vollständig aus dem Blick des Beobachters, wenn er sich im Kernschatten der Erde befindet. Das an den Rändern der Erdkugel vorbeistreichende Sonnenlicht wird von der Atmosphäre wie von einer Linse gebrochen und das Restlicht trifft auf die Mondoberfläche. Der Trabant schimmert dann meist in fahlen roten, grauen und braunen Farbtönen.

          Roter Feuerkranz

          Grund ist die Erdatmosphäre, die wie beim Sonnenuntergang hauptsächlich rotes Licht passieren lässt und auf unseren Begleiter lenkt. Vom Mond aus gesehen glüht während einer Mondfinsternis ein roter Feuerkranz um die Erde. „Von dort sind dann sämtliche Sonnenuntergänge der Erde auf einmal zu sehen“, beschreibt die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA den Blick aus dem All.

          Wie hell der Mond im Kernschatten erscheint, hängt allerdings vom Verschmutzungsgrad der Erdatmosphäre ab. Nach heftigen Vulkanausbrüchen, die große Mengen Staub hoch in die Atmosphäre schleudern, waren Mondfinsternisse besonders dunkel.

          Seltenes Ereignis

          Trotz der scheinbaren Häufung von Mondfinsternissen dieses Jahr sind sie eher seltene Ereignisse und sogar weniger häufig als Sonnenfinsternisse: Auf 5000 Sonnenfinsternisse kommen im gleichen Zeitraum nur etwa 3000 Mondfinsternisse. Da Mondfinsternisse jedoch stets von der gesamten dem Mond zugewandten Erdhalbkugel aus zu sehen sind, Sonnenfinsternisse jedoch nur in einem maximal 300 Kilometer schmalen Streifen, lassen sich Mondfinsternisse häufiger beobachten.

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