https://www.faz.net/-gum-vzkg

Internationale Proteste : Japan jagt Wale zu „Forschungszwecken“

  • Aktualisiert am

Die japanischen Walfänger sind wieder unterwegs Bild: dpa

Die japanische Walfangflotte ist zur Jagd auf Buckelwale in die Antarktis aufgebrochen. Japan beendet damit nach 44 Jahren das Fangmoratorium für diese Tierart. Greepeace will die Flotte verfolgen und sie von ihrem Vorhaben abbringen.

          Ungeachtet internationaler Proteste ist eine japanische Walfangflotte am Sonntag in die Antarktis ausgelaufen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, sollen bis Mitte April 850 Zwergwale sowie jeweils 50 Finn- und Buckelwale „zu Forschungszwecken“ getötet werden. Japan nutzt eine Ausnahmebestimmung des internationalen Moratoriums, wonach eine begrenzte Zahl für wissenschaftliche Zwecke gejagt werden darf. Greenpeace will die Flotte bis in die Antarktis verfolgen und sie von ihrem Vorhaben abbringen.

          Angeführt wird die Flotte mit fünf Begleitschiffen von dem im Februar in Brand geratenen und wieder reparierten Trawler „Nisshin Maru“. Japan musste damals seine fünfmonatige Antarktis-Jagd vorzeitig abbrechen. „Obwohl wir den bösartigen Blockade-Taktiken der Umweltgruppen ausgesetzt sind, müssen wir die Jagd auch künftig fortsetzen“, sagte der Chef der Walfangtruppe, Hajima Ishikawa, beim Abschied im Hafen von Shimonoseki.

          Greenpeace kündigte Kampagne an

          Japan hatte sich bisher stets an das seit 1966 geltende Moratorium zum Schutz der Buckelwale gehalten. Bei der Jagd auf Finn- und Zwergwale beruft es sich auf die Ausnahmeregelungen des seit 1986 geltenden generellen Walfangmoratoriums. Offiziell heißt es aus Japan, die begrenzte Jagd liefere verlässliche Erkenntnisse darüber, wie der Walbestand nachhaltig gesichert und zugleich auch für künftige Generationen als Nahrungsquelle dienen kann. Dabei wird nicht bestritten, dass das Fleisch der getöteten Tiere größtenteils in japanischen Restaurants landet, wo es als Delikatesse gilt.

          Nach Angaben der japanischen Behörden hat der Bestand an Finn- und Buckelwalen inzwischen wieder stark zugenommen. Westliche Tierschützer sehen die riesigen Meeressäuger dagegen nach wie vor als vom Aussterben bedroht an. Greenpeace kündigte eine Kampagne gegen die Jagd an. Die japanische Walfangflotte müsse umgehend zurückkehren, forderte die Umweltschutzorganisation. Andernfalls werde das Greenpeace-Schiff „Esperanza“ die Flotte bis in die Antarktis verfolgen und die Jagd für die Öffentlichkeit auf Video aufnehmen. Expeditionsleiter Karli Thomas wies darauf hin, dass vor allem Buckelwale wegen ihres Gesangs und ihrer akrobatischen Bewegungen Hauptattraktionen von Walbeobachtungstouren sind.

          Weitere Themen

          Nudging – der sanfte Schubser Video-Seite öffnen

          Verhaltenspsychology : Nudging – der sanfte Schubser

          Üblicherweise sind im Alltag Sanktionen ziemlich dicht gesät - überall lauern Verbote oder Abmahnungen, Geldbußen oder Kündigungen. Eine neue Bewegung will zu Handlungsänderungen bewegen, aber ohne Sanktionen oder Restriktionen.

          Topmeldungen

          Kommt heute nach Berlin: Boris Johnson

          Johnson besucht Berlin : Warten auf ein erstes Blinzeln

          Der britische Premierminister Boris Johnson droht der EU mit einem harten Brexit und lockt mit vagen Zugeständnissen – doch in Brüssel und Berlin wächst nur das Unverständnis.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.