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Hessen : Puttrich: Hälfte des Lebensmittelabfalls vermeidbar

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Gut 80 Kilogramm Lebensmitel wirft jeder Deutsche im Jahr in den Müll - statistisch gesehen Bild: dpa

80 Kilo Lebensmittel wirft jeder im Land pro Jahr in den Müll. Aber die Verschwendung ist nur ein Aspekt für eine nachhaltigere Ernährung. Auf dem Weg zum grünen Essen geht’s auch dem Schnitzel an den Kragen.

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          Zu viel Fleisch, Verpackung und Lebensmittelmüll: Aus Sicht der Forschung können sich die Hessen nur dann nachhaltiger ernähren, wenn alle mitmachen. „Wichtig ist, dass die gesamte Kette von der Landwirtschaft über Produktion und Handel bis zum Verbraucher auf Nachhaltigkeit achtet“, betonte die Ernährungswissenschaftlerin Katja Schneider bei einer Tagung in Gießen.

          Für Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich (CDU) gehört vor allem eines dazu: weniger wegschmeißen. „Man muss sich das immer wieder klar machen: Jeder von uns wirft pro Jahr 80 Kilogramm Lebensmittel in den Müll“, sagte sie bei dem Kongress laut Mitteilung. Mehr als die Hälfte davon könne in den Haushalten vermieden werden. Grund für den Trend zum Mülleimer ist laut Studie die geringe Wertschätzung für die Produkte.

          „Ein großer Schritt zu mehr Nachhaltigkeit

          Nach Angaben der Ernährungswissenschaftlerin Schneider bedeutet nachhaltiger Genuss vor allem, weniger tierische Produkte aufzutischen. „Das wird oft so interpretiert, dass wir alle Vegetarier werden müssen. Das stimmt so nicht. Aber eine vorwiegend pflanzenbetonte Kost ist ein großer Schritt zu mehr Nachhaltigkeit.“ Es sei auch wichtig, ökologische Produkte zu bevorzugen und regional und saisonal einzukaufen.“ Und: Möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel essen, denn das spart Verpackungsmüll, riet sie.

          Wie weit Hessen auf dem Weg zum nachhaltigen Verzehr ist, sei schwer einzuschätzen, sagte Schneider. Es gebe Betriebe, die auf dem Gebiet schon hervorragend arbeiteten, andere in Ansätzen. Generell brauche man mehr Kommunikation: „Es gibt kein Nachhaltigkeitslabel. Verbraucher können so schwer erkennen, welche Produkte nachhaltig sind. Das muss klarer kommuniziert werden.“

          Ökologische Bezugsquellen suchen

          Die promovierte Ernährungsökologin plädierte zudem für mehr regionale und ökologische Mahlzeiten in Kantinen oder Mensen. Weil hier viele Menschen zum Essen zusammenkämen, könne in Sachen Nachhaltigkeit relativ schnell viel erreicht werden. Für Harald Rühl, Inhaber des Hüttenberger Bio-Caterers Safran, ist es auch kein Ding der Unmöglichkeit, in Großküchen darauf zu achten: „Wenn man sich darauf konzentriert, kann man seine regionalen und ökologischen Bezugsquellen finden“, sagte er.

          Rund 250 Teilnehmer diskutierten bei der Tagung in Gießen unter dem Motto „Appetit auf Zukunft - besser essen in Hessen“ über Wege für eine umweltfreundlichere, sozialere und gesündere Ernährung. Sie wurde vom Institut für Ernährungswissenschaft der Uni Gießen und dem hessischen Umweltministerium organisiert.

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