https://www.faz.net/-gum-6nbyq

Funkstille bei Kaiserpinguin : Happy Feet wie vom Meeresboden verschluckt

  • -Aktualisiert am

Der Kaiserpinguin Happy Feet ist auf dem Weg in die Antarktis spurlos verschwunden Bild: dpa

Der Kaiserpinguin Happy Feet ist spurlos verschwunden. Das Signal des Peilsenders, den das Tier seit seiner Abreise aus Neuseeland trug, hat seit Tagen kein Signal mehr gefunkt. Forscher und Fans hoffen, dass er den Sender lediglich verloren hat.

          1 Min.

          Happy Feet ist wie vom Meeresboden verschluckt. Der Peilsender, den der Kaiserpinguin seit seiner Abreise aus Neuseeland trug, hat seit dem vergangenen Freitag kein Signal mehr gefunkt. Der Sender sollte jedes Mal, wenn Happy Feet an die Meeresoberfläche auftaucht, ein Signal senden. So sollten die Forscher und die Happy-Feet-Fans immer genau wissen, wo er sich gerade befindet und ob er den langen Weg zurück in die Antarktis findet. Doch nun herrscht Funkstille. „Entweder ist der Sender abgefallen, oder etwas anderes hat Happy Feet davon abgehalten aufzutauchen“, teilte die Firma Sirtrack mit, die den Peilsender zur Verfügung stellte.

          Mit „etwas anderes“ meinen die Fachleute einen Meeresbewohner, dem Happy Feet zum Opfer gefallen sein könnte. Vieles deutet derzeit darauf hin. Denn Pinguine sind zwar hervorragende Taucher, müssen jedoch nach etwa 18 bis 20 Minuten auftauchen, um Luft zu holen. Doch wenn Happy Feet nicht mehr auftaucht, kann der Sender auch kein Signal mehr funken.

          Fans und Forscher hoffen weiter

          Manche glauben, dass der Peilsender nur abgefallen ist. Tierärzte hatten ihn vor der Abreise zwar mit einem Spezialkleber am Gefieder des Tieres befestigt, durch das salzige Meerwasser könnte sich der Kleber jedoch gelöst haben. Mitarbeiter der Internetseite ourfarsouth.org, über die man bislang auf der ganzen Welt Happy Feets Fortkommen live beobachten konnte, hoffen indessen noch auf ein Wiederauftauchen des Pinguins.

          Happy Feet war vor mehreren Monaten an der Küste Neuseelands nahe Wellington gestrandet. Dort aß er versehentlich Sand, den er für Schnee hielt. Daraufhin wurde er krank und kämpfte um sein Leben. Es dauerte zwei Monate, ihn wieder aufzupäppeln. Am 4. September wurde er von dem Forschungsschiff Tangaroa vor der Insel Campbell, siebenhundert Kilometer südlich von Neuseeland, ausgesetzt und sollte die verbleibenden 2625 Kilometer zurück zur Antarktis allein zurücklegen.

          Sehr eilig hatte es Happy Feet dabei zunächst allerdings nicht. In acht Tagen legte er weniger als 100 Kilometer zurück. Er schwamm zuerst sogar in die falsche Richtung, nämlich nach Osten statt nach Süden. Nun ist Happy Feet ganz verschwunden. Vermutlich wird niemand erfahren, welches Schicksal ihn ereilt hat. Doch die Hoffnung bleibt, dass er noch irgendwo da draußen ist.

          Weitere Themen

          Weniger häusliche Gewalt im Lockdown?

          Neue Zahlen : Weniger häusliche Gewalt im Lockdown?

          Während des Lockdowns gab es deutlich weniger Wohnungseinbrüche und Taschendiebstähle. Gilt dieser Trend auch für häusliche Gewalt, oder haben nur weniger Betroffene die Chance, sich Hilfe zu rufen?

          Lemuren und Feldhamster vom Aussterben bedroht Video-Seite öffnen

          Rote Liste der Naturschutzunio : Lemuren und Feldhamster vom Aussterben bedroht

          Lemuren gehören zu den jüngsten Opfern des weltweiten Artensterbens: 103 der 107 noch existierenden Arten sind laut Weltnaturschutzunion gefährdet. Auch andere Arten sind laut aktualisierte Rote Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion vom Aussterben bedroht.

          Topmeldungen

          Die Hagia Sophia in Istanbul

          Debatte um Hagia Sophia : Erdogan, der „zweite Eroberer Istanbuls“?

          Die Hagia Sophia in Istanbul kann wieder eine Moschee werden. In der Türkei gibt es keinen Zweifel, dass Präsident Erdogan bald ein entsprechendes Dekret unterzeichnet. Seine Kritiker sehen die Debatte als nationalistische Selbstinszenierung – und als Ablenkungsmanöver.

          Nach Corona-Ausbruch : Tönnies beantragt Lohnzahlung vom Land

          Deutschlands größter Fleischbetrieb und mehrere seiner Subunternehmer haben beantragt, dass ihnen das Land Teile der Löhne für die Quarantänezeit erstattet. Die Aussicht auf Erfolg ist gering.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.