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Evolution : Neue Theorie zur Ausbreitung der Säuger

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Ein Moschusochse: Was geschah mit seinen Vorfahren? Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Die Ausbreitung der heute bekannten Säugetiere begann nach jüngsten Forschungen erst lange nach dem Aussterben der Dinosaurier - eine Erkenntnis, die bisherige Annahmen auf den Kopf stellt.

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          Die Ausbreitung der heute bekannten Säugetiere begann nach jüngsten Forschungen erst lange nach dem Aussterben der Dinosaurier - eine Erkenntnis, die bisherige Annahmen auf den Kopf stellt. Es gebe zwei Entwicklungsphasen der Säuger, eine lange vor und eine weitere lange nach der Zeit der Dinosaurier, heißt es in einem Artikel, der an diesem Donnerstag in der britischen Zeitschrift „Nature“ erscheint.

          Bislang wurde angenommen, Säugetiere hätten im Schatten der Dinosaurier existiert und sich durch deren Aussterben zu voller Blüte entfaltet. Um die neuen Erkenntnisse zu gewinnen, hätten die Forscher eine Art „Stammbaum“ für fast alle der heute bekannten 4500 Säugetierarten aufgestellt. Dabei nutzten sie eine Molekularzeitrechnung, mit der sie die Evolution dieser Arten zurückverfolgten, wie einer der Autoren, Olaf Bininda-Emonds von der Technischen Universität München, erläuterte.

          Neuer Entwicklungsschub

          Demnach gab es eine erste, explosionsartige Diversifizierung der Säugetierarten vor etwa 93 Millionen Jahren. Die Vorfahren heutiger Primaten, Huftiere und Nager seien vor 75 Millionen Jahren zum ersten Mal aufgetreten, so die Forscher. Doch der vermutete Einschlag eines Asteroiden, der die Ära der Dinosaurier am Ende der Kreidezeit jäh beendete, habe den anderen Säugern keinesfalls genützt, sondern ihnen genauso geschadet.

          Viele Säugetierarten seien damals genau wie die Dinosaurier ausgestorben, versichern die Fachleute. Erst sehr viel später, vor 35 Millionen Jahren, habe es einen neuen Entwicklungsschub gegeben. Aus diesem gingen die meisten Arten hervor, die heute bekannt sind, wie die Autoren sagen. „Die große Frage bleibt jetzt, warum die Vorfahren der modernen Säugetiere so lange brauchten, um sich zu diversifizieren“, sagt Ross MacPhee vom Amerikanischen Museum für Naturgeschichte.

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