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„Earl“ im Anzug : Amerikanische Ostküste wappnet sich für Hurrikan

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Die amerikanische Ostküste bereitet sich auf die Ankunft des Hurrikans „Earl“ vor. Vorsorglich wurde in den Staaten Virginia, North Carolina und Maryland der Notstand ausgerufen. Das Eintreffen des Sturmes wird am Donnerstagabend erwartet.

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          Der amerikanische Präsident Barack Obama hat wegen Hurrikan „Earl“ Katastrophenalarm für den Bundesstaat North Carolina ausgerufen. Damit kann die nationale Krisenbehörde Fema die Sicherheitsmaßnahmen koordinieren und den lokalen Behörden Hilfe leisten. North Carolina liegt an der amerikanische Ostküste, auf die sich „Earl“ mit mehr als 210 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit in seinem Zentrum zubewegt. Der Hurrikan legte über dem warmen Atlantikwasser wieder an Kraft zu und wurde am Mittwoch erneut auf die Kategorie vier hochgestuft, die zweithöchste Stufe auf der Hurrikanskala.

          In der Nacht zum Donnerstag wirbelte „Earl“ rund 840 Kilometer südöstlich von Cape Hatteras, das auf der Ferien-Inselkette Outer Banks vor der Küste North Carolinas liegt. „Der gefährliche und große Hurrikan „Earl“ stellt eine Bedrohung für die mittlere Atlantikküste dar“, hieß es in der Warnung des nationalen Hurrikanzentrums NHC in Miami. Derzeit ist Hurrikansaison in Amerika.

          Inselbewohner wollen Inseln nicht verlassen

          Auch in den amerikanische Staaten Virginia und Maryland wurde der Notstand ausgerufen. Für die vorgelagerten Inseln Hatteras und Ocracoke waren Evakuierungen angeordnet. Wie der amerikanische Nachrichtensender CNN berichtete, kündigten mehrere Fluglinien vorsorglich Behinderungen an der Ostküste an. Nach Medienberichten weigerten sich etliche Inselbewohner und auch Touristen, die Inseln zu verlassen. „Keiner meiner Nachbarn geht. Wir bleiben hier und reiten es aus“, sagte ein Mann auf Ocracoke in einem CNN-Bericht.

          Hurrikan Earl bewegt sich auf die amerikanische Ostküste zu

          „Earl“ bewegt sich mit knapp 30 Stundenkilometern auf die Vereinigten Staaten zu, teilte das Hurrikanzentrum in Miami in der Nacht zum Donnerstag mit. Die Meteorologen erwarten den Hurrikan am Donnerstagabend (Ortszeit) vor der Küste North Carolinas. Es drohten orkanartige Böen und Überschwemmungen. Von dort dürfte „Earl“ seinen Weg in den Norden antreten, nach Berechnung der Experten über dem Meer mit einem Abstand von etwa 80 Kilometern zum Festland. Noch ist unklar, ob das sogenannte Auge des Hurrikans das Festland trifft. „Doch nur geringe Abweichungen (von diesem Verlauf) könnten dazu führen, dass „Earl“ auf den Outer Banks aufschlägt“, warnte CNN-Meteorologe Dave Hennen.

          Die 320 Kilometer lange Inselkette liegt vor der Küste North Carolinas. Sie streckt sich bis vor den Nachbarstaat Virginia. Von etlichen Inseln der Outer Banks wurden am Mittwoch Touristen und Bewohner in Sicherheit gebracht. Obama hatte sich zuvor von der Krisenbehörde Fema über die Vorkehrungen informieren lassen.

          Ausgerechnet an einem verlängerten Wochenende

          Derweil wurden Hurrikanwarnungen verschiedener Abstufungen von North Carolina die Küste hoch bis nach Neuengland erlassen. Die Millionenmetropole New York und die ihr vorgelagerte Insel Long Island sollen die Auswirkungen von „Earl“ am Freitag zu spüren bekommen, kündigte NHC-Direktor Bill Read an.

          Der Sturm fällt ausgerechnet an einem verlängerten Wochenende über den amerikanische Osten her. Der nationale Feiertag „Labor Day“ am Montag beendet offiziell die Sommersaison. Er wird von amerikanischen Familien traditionell zu einem Kurzurlaub am Meer genutzt.

          „Earl“ war in den vergangenen Tagen über die Inseln der nordöstlichen Karibik hinweggezogen. Er war am Mittwoch zunächst von Kategorie vier auf drei zurückgestuft worden, hatte dann aber erneut die zweithöchste Stufe erreicht. Ein weiterer Sturm wurde in der Nacht zum Donnerstag zu einem Tropensturm heraufgestuft: „Gaston“ wirbelt über dem Atlantik, rund 2570 Kilometer vor den karibischen Leeward Islands. Tropensturm „Fiona“, der östlich der Karibik über dem Atlantik entstanden war, hat nach Angaben des amerikanischen Hurrikanzentrums auf das offene Meer abgedreht, die Warnungen wurden aufgehoben.

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