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Senckenberg erklärt Klimawandel : Die Invasion der Tigermücken

Bringt das Dengue-Fieber näher an Europa: Tigermücke Bild: dpa

Die habichtgroße Tigermücke ist zum Glück nur ein Modell im Maßstab achtzig zu eins. Gruseln dürfen sich die Besucher der Senckenberg-Schau „Planet 3.0 - Klima, Leben, Zukunft“, wo der Klimawandel erklärt wird, aber schon.

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          Die habichtgroße Tigermücke in der Glasvitrine ist zum Glück nur ein Modell im Maßstab achtzig zu eins, und selbst die finstersten Klima-Apokalyptiker behaupten nicht, dass blutsaugende Insekten dank der Erderwärmung demnächst Raubvogel-Dimensionen erreichen werden. Ein bisschen gruseln dürfen sich die Besucher der Senckenberg-Schau „Planet 3.0 - Klima, Leben, Zukunft“ aber schon. Die eigentlich in Asien beheimatete Tigermücke gehört zu den „invasiven“ Tierarten, die infolge ansteigender Temperaturen ihren Lebensraum bis nach Europa ausgedehnt haben. Und unerwünscht ist dieser Plagegeist nicht nur seiner heftig juckenden Stiche wegen - er kann auch Tropenkrankheiten wie das Dengue-Fieber übertragen.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wenn die neue Ausstellung solche und andere Zusammenhänge darstellt, dann geschieht das nicht, um „Horrorszenarien“ zu entwerfen, wie Senckenberg-Generaldirektor Volker Mosbrugger hervorhebt. Vielmehr gehe es darum, den Stand des Wissens über den Klimawandel nüchtern zu dokumentieren. „Wir wollen sozusagen wie E.T., der Außerirdische, aus der Distanz einen Blick auf unseren Planeten werfen.“

          Dabei wird laut Mosbrugger deutlich, dass es Klimaschwankungen immer gegeben hat, auch ohne Zutun des Menschen: „Die Erde kennt kein Gleichgewicht.“ Diese Erkenntnis wird im ersten Teil der Schau vermittelt, die in der Wolfgang-Steubing-Halle neben dem Hauptbau des Senckenbergmuseums zu sehen ist. Wie der Mensch das Klima beeinflusst, zeigt die zweite Abteilung, in deren Mitte eine farbenprächtige Kugelprojektion schwebt. Sie soll laut Mosbrugger verständlich machen, „wie die Erde als System funktioniert“.

          Der dritte Teil der Schau zeigt, wie die Wissenschaft das Phänomen der globalen Erwärmung betrachtet. Dazu haben Partner der Senckenberg-Gesellschaft Material zur Verfügung gestellt; das Alfred-Wegener-Institut etwa steuerte eine „Schlaftomate“ bei, ein Zelt, in dem Polarforscher übernachten. Ein „Forschertelefon“ stellt zwar keine direkte Verbindung zu Koryphäen der Klimatologie her, ermöglicht es aber, sich Interviews zum Thema auf Deutsch und Englisch anzuhören.

          Mosbrugger will den Besuchern vermitteln, „dass Wissenschaft nicht Wahrheit generiert“, sondern Hypothesen aufstellt. Wie mit ihnen umzugehen ist, muss die Gesellschaft entscheiden. Dass die Situation ernst ist, belegen nach seiner Ansicht aber schon einige Fakten: Rund sieben Milliarden Menschen lebten auf der Erde, durch ihr Tun sei der Kohlendioxidanteil in der Luft um 40 Prozent angestiegen, und jeden Tag stürben vermutlich hundert Tier- und Pflanzenarten aus. Dass es auch Gewinner des Temperaturanstiegs gibt, ruft die Riesen-Tigermücke am Ende der Ausstellung in Erinnerung. Eine gute Nachricht gibt es wenigstens: In Hessen kommen die gefährlichen Stechmücken nach einer Untersuchung des Frankfurter Forschungszentrums Biodiversität und Klima nicht vor. Noch nicht.

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