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Bertrand Piccard : Mit Sonnenenergie rund um die Erde

  • Aktualisiert am

Der Visionär und sein Modell Bild: dpa

Vor acht Jahren hat Flugpionier Bertrand Piccard die erste Weltumkreisung mit einem Heißluftballon vollbracht. Jetzt will er die Erde in einem solargetriebenen Flugzeugs umrunden. Bedeutende Geldgeber hat er für sein Projekt schon gefunden.

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          Vor acht Jahren hat der Flugpionier Bertrand Piccard die erste Weltumkreisung mit einem Heißluftballon ohne Zwischenlandung vollbracht. Jetzt beschäftigt er sich intensiv mit dem Projekt eines solargetriebenen Flugzeugs. Bis spätestens Mai 2011 soll dieses ebenfalls rund um die Erde gelangen, mit Zwischenlandungen auf jedem Kontinent.

          Zunächst aber stehen Zwischenschritte bevor: in diesem Jahr der Bau eines Prototyps, ein Jahr später der erste Testflug und 2009 der erste Nachtflug. Vor Rückschlägen ist auch der erfahrene Visionär Piccard nicht gefeit. Immerhin hat er jetzt einen bedeutenden Geldgeber gefunden. Nach dem belgischen Solvay-Konzern und dem Uhrenhersteller Omega, der zum Swatch-Konzern gehört, ist künftig auch die Deutsche Bank dabei.

          „Eine bis dato unbekannte Dimension des Fliegens“

          Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ließ es sich nicht nehmen, in Zürich anzukündigen, die Deutsche Bank werde in den kommenden fünf Jahren insgesamt 15 Millionen Franken zu dem Unternehmen beitragen. Insgesamt sind die Projektkosten auf rund 100 Millionen Franken oder umgerechnet 62 Millionen Euro veranschlagt.

          Piccard setzt auf Sonnenenergie
          Piccard setzt auf Sonnenenergie : Bild: dpa

          Piccard meint es ernst: Schon jetzt beschäftigt die Solar Impulse SA, die das Flugzeug bauen soll, 35 festangestellte Mitarbeiter. Wenn alles klappt, wird der Prototyp eine Spannweite von 61 Metern und der spätere Erdumsegler eine von 80 Metern haben. „Dieses Flugzeug mit seinen überdimensionalen Flügeln und seinem geringen Flügelgewicht wird in eine bis dato unbekannte Dimension des Fliegens vorstoßen“, sagt André Borschberg, Vorstandsvorsitzender von Solar Impulse.

          Geringes Gewicht macht es anfällig für Turbulenzen

          Zwei Probleme sind es vor allem, welche die Projektentwickler lösen müssen. Das erste ist das geringe Gewicht des Flugzeugs, das es anfällig macht für Turbulenzen. Die zweite Schwierigkeit besteht darin, die am Tag aufgenommene Sonnenenergie für den Flug in der Nacht zu speichern. Die dazu notwendigen Batterien dürfen nicht zu schwer sein. Piccard sagte am Montag, eine geeignete Technik sei schon verfügbar. Sie müsse aber noch verbessert werden.

          Ackermann gab zu, dass der allseits bekannte Name Piccard ein wesentliches Element für das Engagement der Deutschen Bank war: „Seit meiner Jugend war diese Forscherfamilie für mich ein Begriff.“ Schon Bertrands Großvater August Piccard zog es in die Stratosphäre und dann auch in die Tiefen der Meere. Jacques Piccard, der Vater, stellte mit 10.916 Metern den Weltrekord im Tiefseetauchen auf.

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