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Atmosphärenforschung : Aura untersucht die Lufthülle

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Nasa-Satellit Aura erforscht die „Luft, die wir atmen” Bild: REUTERS

„Mission Erde“: Auch unser Planet ist für die Nasa ein Forschungsobjekt. Aura ist der dritte einer Reihe von Satelliten, die Antworten auf erdbezogene Fragen liefern sollen.

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          Mit sechs Tagen Verspätung wegen kleinerer technischer Schwierigkeiten haben Techniker der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa am frühen Freitagmorgen vom Fliegerhorst Vandenberg an der kalifornischen Pazifikküste aus einen neuen Forschungssatelliten gestartet. Mit den Instrumenten an Bord von "Aura" wollen Wissenschaftler den Zustand der Erdatmosphäre genauer als bisher überwachen.

          Aura ist der dritte Satellit in einer Reihe von Kunstmonden, die hauptsächlich zur Beantwortung erdbezogener Fragestellungen dienen. Wenn alle Instrumente an Bord des neuen Forschungssatelliten wie geplant funktionieren, sollen sie mindestens sechs Jahre lang unter anderem die Ozonschicht sowie die Verteilung von Kohlendioxyd in der irdischen Lufthülle vermessen. Die ersten beiden Satelliten im Rahmen des Erderforschungsprogramms der Nasa, "Terra" und "Aqua", sind seit fünf und knapp zwei Jahren in ihren Umlaufbahnen. Mit ihrer Hilfe sollen Veränderungen auf den Kontinenten und in den Ozeanen untersucht werden. Außerdem können Instrumente an Bord dieser beiden Satelliten das Strahlungsbudget der Erde aufzeichnen. Dabei wird der Anteil jener Sonnenstrahlung, die den Erdboden und die Meeresoberfläche erreicht, mit jenem Anteil verglichen, der von der Erde aus in den Weltraum zurückgestrahlt wird.

          Umfassende Erforschung der Atmosphäre

          Mit Aura setzt die Nasa ihre Aufgaben bei der Untersuchung der Lufthülle der Erde fort. Unter anderem soll ein mit Hilfe finnischer Forscher in den Niederlanden entwickeltes Ozonmeßgerät an Bord von Aura die Verteilung der Konzentration dieses dreiatomigen Sauerstoffmoleküls in den verschiedenen Stockwerken der Atmosphäre aufzeichnen. Die umfangreichsten Messungen der Größe und Tiefe des jährlich auftretenden Ozonlochs über der Antarktis stammten von ähnlichen Instrumenten an Bord anderer, inzwischen abgeschalteter Nasa-Satelliten.

          Man will auch der Frage nachgehen, ob die Ozonschicht allmählich wieder dicker wird. Diesen Trend haben Wissenschaftler in den vergangenen Jahren in den Meßdaten erdgebundener Instrumente festgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt der Messungen von "Aura" ist die Untersuchung des Treibhauseffektes. Ein gemeinsam von Forschern der Universitäten von Oxford und des amerikanischen Bundesstaates Colorado entwickeltes Gerät an Bord des Satelliten ist in der Lage, nicht nur die Konzentration von Kohlendioxyd, sondern auch die Anteile anderer Treibhausgase wie Methan und Wasserdampf sowie von Aerosolen in der Lufthülle zu registrieren. Aus diesen Daten wollen Forscher abschätzen, ob und wie stark der Treibhauseffekt in den kommenden Jahren zunehmen wird. Diese Messungen werden außerdem als Eingangsinformationen für numerische Modelle genutzt, mit denen das Verhalten der Atmosphäre langfristig simuliert wird.

          Aura gelangte an der Spitze einer zweistufigen Delta-II-Rakete in seine Umlaufbahn in 705 Kilometer Höhe.

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