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Antarktis : Gewaltiger Eisberg versperrt den McMurdo-Sund

  • -Aktualisiert am

Bild: Esa

Ein riesiger Eisberg von 3000 Quadratkilometern Fläche blockiert den Zugang zu Forschungsstationen in der Antarktis. Aber auch Pinguine sind dadurch von ihren Nahrungsquellen abgeschnitten.

          Spätestens seit dem Untergang der Titanic im Jahre 1912 wissen auch eingefleischte Landratten, wie gefährlich Eisberge für die Seeschiffahrt sein können. Die Eisberge im Nordatlantik sind aber nur Zwerge, verglichen mit den Eisinseln, die von Zeit zu Zeit im Südpolarmeer gesichtet werden. Ein solcher gewaltiger Tafeleisberg von der Größe Luxemburgs versperrt nun seit einigen Tagen den McMurdo-Sund in der Antarktis - und gefährdet damit nicht nur die Versorgung dreier wichtiger Forschungsstationen auf dem tiefgefrorenen Südkontinent, sondern macht auch den großen Pinguin-Kolonien in der Gegend die Nahrungssuche schwer.

          Die meisten Eisberge im Nordatlantik entstehen beim Kalben der vielen Gletscher an den Küsten Skandinaviens, Grönlands, Islands oder in Labrador. Da Eis eine geringere Dichte als Meerwasser hat, schwimmen die eisigen Bruchstücke auf dem Wasser und werden von den vorherrschenden Meeresströmungen nach Süden verfrachtet. Dabei kreuzen sie wichtige Schiffahrtsrouten zwischen Europa und Nordamerika, bevor sie in den wärmeren Gewässern des westlichen Atlantiks schmelzen.

          Eisinseln statt Eisberge

          Die größten Eisberge im Nordatlantik sind vielleicht mehrere hundert Meter lang und ebenso breit. Sie sind zweifellos massiv genug, um auch große Fracht- oder Passagierschiffe bei einem Zusammenstoß in hohe Seenot zu bringen. Im Vergleich zu den Eisinseln des Südpolarmeeres nehmen sich die nordatlantischen Eisberge aber wie Eiswürfel in einem Whiskeyglas aus. Die antarktischen Eisinseln können nämlich mehrere tausend Quadratkilometer groß sein.

          Der Grund für diese Größe mancher antarktischen Eisberge sind die einzigartigen Eisverhältnisse im Südpolargebiet. Die Küsten der Antarktis werden zum großen Teil von Schelfeisen gesäumt. Dabei handelt es sich um schwimmende Eismassen, die von riesigen, aus dem Inneren des Kontinents kommenden Eisströmen gespeist werden. Diese Schelfeise sind zum Teil mehrere hundert Meter dick und reichen oft mehr als hundert Kilometer weit ins Meer. Wer sich mit dem Schiff dem Südkontinent nähert, dem stellen sich die dem Meer zugewandten Ränder der Eismassen als scheinbar unüberwindliche Schelfeiskanten, die sogenannten Eisbarrieren, in den Weg.

          Rund 3000 Quadratkilometer groß

          Je weiter aber diese Schelfeise ins Meer reichen, desto instabiler werden ihre Vorderkanten. Den Stürmen, dem Wellengang und den Gezeiten ausgesetzt, sind sie in ständiger Bewegung. Als Folge davon bilden sich einige Dutzend Kilometer von der Schelfeiskante entfernt oft riesige Spalten. Gelegentlich bricht der vordere Teil des Schelfeises entlang einer dieser Spalten ab, und es entsteht eine Eisinsel. Genau das geschah im März 2000 im östlichen Ross-Schelfeis auf der dem Pazifik zugewandten Seite der Antarktis. Die dabei entstandene Eisinsel war zunächst knapp 300 Kilometer lang und bis zu 40 Kilometer breit; sie war damit der größte je gesichtete Eisberg. Nach der üblichen Nomenklatur erhielt die Eisinsel den wenig poetischen Namen "B15".

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