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Umstrittene Werbung : Wenn die Freiheitsstatue den Hitler-Gruß zeigt

  • -Aktualisiert am

Nicht jeder sieht diese Werbung gern. Bild: dpa

Der Reichsadler ziert die amerikanische Flagge, die Freiheitsstatue hebt den rechten Arm – so sieht Werbung für die Serie „The Man in the High Castle“ aus. Das gefällt nicht jedem.

          Die Fahrgäste der New Yorker U-Bahn werden in diesen Tagen von ungewohnten Bildern empfangen. In Dutzenden Stationen streckt ihnen die Freiheitsstatue von Postern den rechten Arm zum Hitler-Gruß entgegen, auf den Sitzen der Waggons unter der 42. Straße prangt entweder eine amerikanische Flagge mit deutschem Reichsadler oder eine rot-weiße Variation der japanischen Kriegsflagge. „Ich hatte die Wahl und habe mich entschieden, auf den Nazi-Symbolen Platz zu nehmen. So musste ich sie zumindest nicht ansehen“, beschwerte sich die Pendlerin Ann Toback auf der Website „gothamist.com“.

          Die Marketingkampagne der Agentur Outfront Media, die mit den Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg für die Fernsehserie „The Man in the High Castle“ des Unternehmens Amazon TV wirbt, stößt nicht nur der Chefin des Workmen’s Circle auf, einer Organisation amerikanischer Juden zur Förderung sozialer Gerechtigkeit. Auch die New Yorker Anti-Defamation League (ADL), die gegen die Diskriminierung von Juden vorgeht, moniert den Werbegag. Wer das Fernsehgerät einschalte, wisse, dass die Serie um die fiktive Kontrolle der Vereinigten Staaten durch Hitler kreise. „In der U-Bahn wirkt die Kombination aus amerikanischer Flagge und Nazi-Symbolen aber bedrohlich, weil sich der Kontext nicht erschließt“, rügt der ADL-Chef Evan Bernstein.

          Die Verkehrsbetriebe Metropolitan Transportation Authority (MTA), die der Agentur die Werbeflächen in Bahnhöfen und Waggons vermietete, kann die Aufregung nicht verstehen. Weil die Freiheitsstatue mit Hitler-Gruß und die Flaggen nur eine Fernsehserie ankündigten, verstoße die Kampagne nicht gegen das Verbot politischer Werbung, das die MTA im April beschloss. „Das wäre nur der Fall, wenn Amazon tatsächlich die Machtübernahme der Nazis in den Vereinigten propagierte“, versuchte sich der MTA-Sprecher Adam Lisberg an Schadensbegrenzung. „Es geht aber einzig und allein um eine Fernsehshow.“

          Die Antidiffamierungs-Liga und Pendler wie Toback kommen deshalb auch in den kommenden Wochen nicht um die Bilder herum. Die Poster und Sitzbezüge sollen laut MTA frühestens Mitte Dezember wieder entfernt werden.

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