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Umfrage : Jeder vierte Deutsche fürchtet einen neuen Weltkrieg

Hier begann vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg: Das Mahnmal auf der Westerplatte bei Danzig Bild: Reuters

Die Angst vor einem globalen Konflikt hat seit dem Jahr 2000 deutlich zugenommen. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Allensbach-Umfrage hervor. Vor allem die jüngeren Deutschen halten einen neuen Weltkrieg für denkbar.

          26 Prozent der Deutschen halten es für möglich, dass es einen neuen Weltkrieg gibt. 42 Prozent der Befragten waren dagegen der Meinung, niemand mehr werde einen großen Krieg riskieren. Das ist das Ergebnis einer bisher unveröffentlichten repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, über welche die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) berichtet.

          Bertram Eisenhauer

          Verantwortlich für das Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Sorge vor einem globalen Konflikt ist damit im Laufe des zurückliegenden Jahrzehnts deutlich gewachsen. Im Jahr 2000, als Allensbach diese Frage zum letzten Mal gestellt hatte, waren es nur 13 Prozent gewesen, die einen globalen Konflikt nicht ausschlossen, und 60 Prozent hatten erklärt, sie glaubten, mit einer solchen militärischen Auseinandersetzung sei nicht zu rechnen. Die Leiterin des Instituts, Prof. Dr. Renate Köcher, sagte der F.A.S., diese Veränderung sei nach Maßstäben der Meinungsforscher „gravierend“.

          Die Frage „Finden Sie, wir müssen damit rechnen, dass noch einmal ein neuer Weltkrieg kommt, oder glauben Sie, es wird niemand mehr einen großen Krieg riskieren?“ stellt Allensbach etwa alle zehn Jahre, so Köcher. 1991 hatte die Erhebung mit 16 Prozent (Mit Krieg ist zu rechnen) bzw. 58 Prozent (Wird niemand riskieren) ähnliche Ergebnisse wie 2000 gebracht.

          Köcher sagte weiter: „Wir erheben diesen Indikator, um zu beobachten, ob ein Weltkrieg für die Leute etwas Historisches ist, das man nur noch aus dem Schulunterricht kennt. Einiges von dieser Gewissheit ist durch die Zuspitzung von Ereignissen in den vergangenen Jahren und Monaten abgetragen worden.“ Sie ergänzte jedoch: „Nach wie vor ist es aber eine Minderheit, die einen Krieg für denkbar hält, und im Alltag der Menschen spielt diese veränderte Einschätzung auch keine große Rolle. Die Grundstimmung in Deutschland ist nicht von großer Besorgnis geprägt.“

          Sie fügte hinzu: „Bemerkenswert ist, dass Jüngere eher einen Krieg für denkbar halten als die Generation ihrer Großeltern, die die Auswirkungen des letzten großen Krieges teilweise noch bewusst erlebt hat.“ 

          Erhoben wurden die aktuellen Daten im August dieses Jahres. Sie sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahre. Die zu 100 Prozent jeweils fehlenden Befragten äußerten sich unentschieden.

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