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Überschwemmungen : Mindestens drei Tote bei Unwettern in Norditalien

  • Aktualisiert am

Mitgerissen von den Wassermassen Bild: dpa/dpaweb

Drei Menschen starben bei schweren Unwettern am Wochenende in Norditalien. Schlammlawinen begruben hunderte Häuser unter sich. Auch Straßen und die Bahnlinie nach Österreich sind schwer beschädigt worden.

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          Mindestens drei Menschen starben am Wochenende in einem Unwetter über Norditalien und Teilen Österreichs. Heftige Regengüsse lösten zahlreiche Erdrutsche aus, die Straßen- und Bahnstrecken verschütteten und mehrere Ortschaften von der Außenwelt abschnitten. In hunderten italienischen Haushalten fielen Strom und Telefon aus.

          Im Kanaltal waren nach Angaben der Meteorologen innerhalb weniger Stunden gut 300 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die Wassermassen lösten Schlamm- und Gerölllawinen aus, die die Ortschaft Ugovizza bei Tarvis verwüsteten. Dort wurde ein 45jähriger Mann vor den Augen seiner Angehörigen von einer Mure begraben. Eine 50jährige Frau wurde in ihrer Garage von einer Gerölllawine erdrückt

          Nach Angaben der Behörden wurden insgesamt rund 300 Menschen in Ugovizza und in der nahe gelegenen Gemeinde Dogna obdachlos. Mehr als 200 Gebäude wurden zerstört oder schwer beschädigt. Die Fluten brachten auch den Turm der Dorfkirche von Ugovizza zum Einsturz. Die Schäden werden nach Angaben der italienischen Behörden auf mindestens 500 Millionen Euro geschätzt. Bürgermeister Alessandro Oman beschrieb Ugovizza als „halb zerstört“. Es werde Monate dauern, die Straßen und Häuser zu reinigen.

          Entsetzt blickt eine Bewohnerin im italienischen Ort Pontebba auf das, was früher mal eine aufgeräumte Durchgangsstraße war
          Entsetzt blickt eine Bewohnerin im italienischen Ort Pontebba auf das, was früher mal eine aufgeräumte Durchgangsstraße war : Bild: dpa/dpaweb

          Zahlreiche Straßen gesperrt

          Am Samstag meldeten italienische Medien einen weiteren Toten in der Lombardei. Einige Orte in der Provinz Friaul waren auch am Sonntag nur zu Fuß oder mit Hubschrauber zu erreichen. Das italienische Fernsehen berichtete, eine Gruppe von rund 30 Bergsteigern sei von Erdrutschen eingeschlossen. Das Unwetter verschärfte die wegen des Rückreiseverkehrs ohnehin angespannte Verkehrslage in Norditalien. Von der italienisch-österreichischen Grenze wurden Wartezeiten bis zu drei Stunden für PKW gemeldet, Busse mussten noch länger warten. Auch die Bahnverbindungen zwischen Friaul und Österreich waren unterbrochen. Österreichische Touristen wurden aufgefordert, über Slowenien heimzufahren.

          Im österreichischen Bundesland Kärnten häuften sich Schlamm und Geröll in der Ortschaft Vorderberg auch am Sonntag noch bis zu einem Meter hoch, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Rund 50 Häuser seien zu Schaden gekommen. In der Steiermark verursachte ein Orkan mit heftigem Regen am Freitagabend schwere Schäden. Vor allem Stromleitungen wurden beschädigt. Im Süden Italiens hielten Hitze und Trockenheit indes weiter an. Starke Windböen fachten Waldbrände in Kalabrien, Apulien und auf Sizilien weiter an.

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