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Über „Sex and the City“ : „Jede Frau ist was Besonderes“

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„Die Männer werden uns nie hundertprozentig verstehen”: Unsere Expertinnen Barbara, Jorinde, Heike und Tanja in Frankfurt Bild: Jens Gyarmaty

Der zweite Teil von „Sex and the City“, der Geschichte um vier New Yorkerinnen, ist gerade der erfolgreichste Kinofilm Deutschlands. Ist das echte Leben von Frauen wirklich so? Vier Freundinnen erzählen.

          10 Min.

          Sie sind ebenfalls zu viert, Sie leben auch in der Großstadt, treffen sich regelmäßig, haben gerade den Film gesehen: Können Sie sich mit den Frauen von „Sex and the City“ identifizieren?

          Heike: Am meisten identifizieren wir uns mit Miranda, der Anwältin, die auch einen Sohn hat, oder? Für sie geht es zuallererst darum, wie man Beruf und Kind und Familie zusammenbringt.

          Barbara: Das Leben, das Carrie oder Samantha führen, die zwei Frauen ohne Kinder, ist uns schon ein bisschen fremd.

          „Wir sind mit den Figuren erwachsen geworden”: Die die nüchterne Miranda, die stilbewusste Carrie, die sexuell höchst aufgeschlossene Samantha und die brave Charlotte (von links) sind die Heldinnen „Sex and the City”
          „Wir sind mit den Figuren erwachsen geworden”: Die die nüchterne Miranda, die stilbewusste Carrie, die sexuell höchst aufgeschlossene Samantha und die brave Charlotte (von links) sind die Heldinnen „Sex and the City” : Bild: AP

          Jorinde: Als wir die Serie gesehen haben, die ja schon etwas älter ist, hatten wir noch keine Kinder; wir sind sozusagen mit den Figuren erwachsen geworden.

          Barbara: Früher hat man sich am ehesten mit Carrie identifiziert, weil sie erfolgreich ist, weil sie schöne Kleider trägt, weil ihr die Dinge gelingen, am Ende wenigstens.

          Und wenn man die „Sex and the City“-Frauen so sieht, selbst wenn deren Leben inzwischen in geregelteren Bahnen verläuft, denkt man dann, ach, noch einmal Single sein, noch einmal jung sein, noch einmal alles machen können?

          Barbara (seufzt, lacht): Doch, gelegentlich, gerne auch in Abu Dhabi.

          Wo der neue Film in Teilen spielt.

          Jorinde: Ja, zu den Premieren eingeladen werden, gesehen werden, zu den Partys gehen, sich schick machen, das ist in uns drin.

          Barbara: Aber auch das Gruppengefühl bei den Frauen – dass Samantha dem tollen Mann, der sie anspricht, sagt: Heute Abend nicht, heute Abend bin ich mit meinen Freundinnen zusammen. Das finde ich schön, dieses Gefühl verbindet uns in unserer Gruppe ebenfalls.

          Als wie realistisch sehen Sie die „Sex and the City“-Clique und deren Beziehung?

          Jorinde: Bei denen funktioniert das, weil sie nicht das normale Familienleben führen. Da haben die Mütter eine Vollzeit-Nanny und einen bestimmten Lebensstandard. Dann ist das eher möglich.

          Erkennen Sie sich in der Beziehung zwischen den Frauen, wie „Sex and the City“ sie vorführt, wieder? Im Film gibt es eine Szene, in der Miranda zu Charlotte sagt: Jetzt müssen wir mal ehrlich reden. – Die ganze Clique ist in Abu Dhabi, ein Scheich hat sie eingeladen, ihre Hotelsuite hat eine eigene Bar, da sagt Miranda: Trinken wir was, reden wir.

          Jorinde: Ja, das war die ehrlichste Szene. Dieses Von-einer-Frau- zur-anderen.

          Charlotte hat ein sexy Kindermädchen, Charlottes Mann zeigt Interesse, aber die mögliche Affäre ist für die zweifache Mutter nicht der schlimmste Gedanke – stattdessen bricht aus ihr heraus . . .

          Heike: „Ich darf die Nanny nicht verlieren!“ – Das war die Szene, mit der ich mich am meisten identifiziert habe. Es geht nichts über einen guten Babysitter.

          Barbara: Wir haben auch keine Probleme, solche Erfahrungen in der Gruppe zum Thema zu machen. Bei den Cocktailabenden, zu fortgeschrittener Stunde vielleicht, sagt eine dann: Ah, mein Mann! Oder: Die Kinder! Und am Ende merkt man: Alle fühlen das Gleiche.

          Im Film streitet Carrie mit ihrem Verehrer „Mr. Big“, mit dem sie inzwischen verheiratet ist, ob er einen Fernseher im Schlafzimmer installieren darf. Ist das die Art Thema, die besprochen wird?

          Heike: Der Schlafzimmer-Fernseher war es bei uns noch nicht. Aber wie Alltäglichkeit das Außergewöhnliche, Besondere einer Beziehung bedroht, wenn man lange arbeitet, abends oft alleine ist – das sind so Dinge, die man bespricht; dieses Leid haben wir alle.

          Oder Mr. Big sagt: Der Markt stürzt um 100 Punkte ab, und du redest übers Ausgehen.

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