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U-Boot-Katastrophe : Kursk-Bergung beginnt: Spezialtaucher untersuchen Wrack

  • Aktualisiert am

Archivbild der Kursk Bild: dpa

Die Bergung der Kursk hat begonnen. Spezialtaucher sind am Wrack des russischen U-Boots in der Barents-See eingetroffen und haben ihre Arbeit aufgenommen.

          2 Min.

          In der Barentssee hat die Aktion zur Bergung des im August 2000 gesunkenen russischen Atom-U-Bootes Kursk begonnen. Wie ein Sprecher der russischen Nordmeerflotte mitteilte, ging das norwegische Bergungsschiff Mayo am Sonntag in der Nähe der Unglücksstelle vor Anker.

          Russische und norwegische Taucher sollen nun bei mehreren Tauchgängen mit Unterwasserkameras den Zustand des Wracks klären. Mit einer ferngesteuerten Kettensäge soll dann der beschädigte Bug abgetrennt werden, in dem Torpedos und Marschflugkörper lagern. Diese vordere Torpedokammer ist hochexplosiv und könnte beim Anheben abreißen. Im Meeresboden verankerte riesige Hydraulikzylinder ziehen eine Sägekette abwechselnd durch die Stahlhülle der Kursk. Das gleicht dem Wechselspiel beim Sägen eines Holzstammes.

          Wochenlange Arbeiten

          Die komplizierte, geschätzt etwa 115 Millionen Mark teure Bergungsaktion, die von Russlands Präsident Putin angeordnet worden war, um Vorwürfe gegen ihn, er verhalte sich gegenüber den getöteten Matrosen und ihren Familien gleichgültig, wird die Weltöffentlichkeit bis September in ihren Bann ziehen. Ab dem 8. August sollen Taucher vom Spezialschiff Mayo aus mit Hochdruck-Wasserstrahlen Löcher in den Rumpf der Kursk fräsen. Insgesamt 26 Stahlseile werden mit Ankerhaken an der inneren Stahlhülle der Kursk festgeklemmt. Auf dem Wasser geht im September der 140 Meter lange Ponton Giant über dem Wrack in Position. Die 26 Hydraulikheber auf dem Ponton-Rücken können zusammen eine Last von 23. 400 Tonnen heben. Das entspricht der Wasserverdrängung des U-Boots.

          Mitte September folgt die schwierigste Aufgabe: Computergesteuert ziehen die Hydraulikheber die gigantische Last langsam nach oben. Die Heber können bis zu zwei Meter hohe Wellen ausgleichen, ohne dass die Fracht unten in Schieflage gerät. Bis knapp unter die Wasseroberfläche angehoben, wird die Kursk in Richtung Küste geschleppt. Dort greifen zwei jeweils 100 Meter lange Schwimmpontons unter den Havaristen und transportieren ihn in das militärische Trockendock Rosljakowo. Vorrang hat die Bergung der Leichen aus dem Wrack. Danach soll nach der - offiziell noch immer unbekannten - Ursache für die Kursk-Tragödie gesucht werden.

          Angeblich kein Atomwaffen an Bord

          Die Kursk war am 12. August vergangenen Jahres unter bislang nicht geklärten Umständen während eines Manövers gesunken. Das Boot liegt mit den sterblichen Überresten von noch über 100 Seeleuten in 108 Metern Tiefe auf Grund. Taucher hatten die Leichen von zwölf Matrosen bereits Wochen nach dem Unglück geborgen. Moskau versichert, dass sich keine atomaren Waffen an Bord befinden. Gefahr könnte aber auch von dem Atomreaktor ausgehen.

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