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Verkehrschaos : Millionen Londoner Pendler kämpfen mit U-Bahn-Streik

  • Aktualisiert am

Pendler warten während des Streiks am Montag an der Haltestelle Clapham Junction auf Züge – später musste die Station wegen Überfüllung geschlossen werden. Bild: Reuters

Wegen eines U-Bahn-Streiks bilden sich vor Bushaltestellen lange Schlangen, eine Station muss gar wegen Überfüllung geschlossen werden. Die Londoner nehmen es mit Humor.

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          Millionen Pendler in London mussten am Montag auf Bus, Auto oder Fahrrad umsteigen: Abermals legte ein Streik der Gewerkschaft RMT die U-Bahn lahm. Auf zehn von elf Linien war der Verkehr unterbrochen, die Station Clapham Junction im Süden der Hauptstadt musste am Morgen wegen Überfüllung sogar geräumt werden. Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte den Streik als unnötig. Er sollte von Sonntag- bis Montagabend dauern.

          Grund für den Streik sind Forderungen der Beschäftigten nach einer besseren Personalausstattung. Bürgermeister Khan sagte dem Sender BBC, er akzeptiere das Argument, dass die Tube mehr Personal brauche. „Aber wir haben schon 200 neue Stellen geschaffen und werden auch weitermachen, wenn die Gewerkschaften unglücklich sind. Warum dann streiken? Warum die Dinge nicht freundschaftlich lösen?“

          Der Vorsitzende der Gewerkschaft RMT, Mick Cash, erklärte sich zu Verhandlungen bereit. Er warnte vor Sicherheitslücken: „Fünf Millionen Menschen täglich nutzen die U-Bahn, es kracht in allen Nähten“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Es gebe nicht genügend Leute, um die Bahn sicher zu betreiben. „Wenn wir nichts tun, wird etwas drastisch schief gehen.“ Im Nu könne sich die U-Bahn in eine „Todesfalle“ verwandeln. „Es gab schon Fälle, da stürzten Passagiere auf die Gleise, und niemand war da, um sich darum zu kümmern.“

          Die Londoner U-Bahn ist die älteste der Welt. Um die Personalausstattung streiten Betreiber und Gewerkschaften schon seit Jahren. Die Gewerkschaft protestiert insbesondere gegen die Schließung von Ticket-Schaltern. Seit 2014 gab es bereits mehrere Streiks. Nichtsdestotrotz reagierten viele Briten humorvoll auf den Streik – zumindest in den sozialen Netzwerken. Ein Spaß-Profil ließ die Queen erklären, wegen des Streiks müsse sie heute von zu Hause aus regieren. Ein Twitter-Nutzer verglich die Stimmung in London mit der in dem apokalyptischen Film Mad Max. Es herrsche so viel Chaos, dass die Menschen nicht einmal mehr die Lücke zwischen Zug und Bahnsteigkante beachten würden.

          Am Dienstag, Mittwoch und Freitag folgen zudem Arbeitsniederlegungen beim Eisenbahnunternehmen Southern Railway. Bei der Fluggesellschaft British Airways treten am Dienstag und Mittwoch tausende Flugbegleiter und Piloten in den Streik.

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