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Twitter-Studie : Ein Stern, der Deinen Namen trägt

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Schön ist es, ein Sternchen zu bekommen - ob im echten Leben oder auf Twitter. Bild: AP

Die Favorisieren-Funktion von Twitter freut das Ego. Aber die Gründe, warum der Stern geklickt wird, sind vielfältig: Gut, dass die Wissenschaft auch dieser Frage nachgegangen ist.

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          Was dem Facebook-Nutzer der blaue Daumen, das ist dem Twitterer das gelbe Sternchen. Die 241 Millionen Menschen, die den Kurznachrichtendienst nutzen, um Links, Fotos und Statusmeldungen in die Welt zu funken, können damit ihre Zustimmung zu einem Tweet ausdrücken - „favorisieren“ nennt man das, oder kurz: „faven“.

          Wissenschaftler der Universitäten Nottingham und Regensburg sind jetzt in einer Studie der Frage nachgegangen, welche Motivationen genau dahinterstecken. Dazu wurden 606 Nutzer befragt, darunter etliche, die den Dienst schon lange nutzen. Das Vorurteil, alle twitterten nur für den virtuellen Applaus, wird überraschenderweise nicht bestätigt: Nur 65 Prozent der Befragten war sich der Funktion überhaupt bewusst. Der Rest twittert sich völlig sternchenfrei durchs Leben.

          Zustimmung, Dankbarkeit oder Flirt

          Aber man favorisiert nicht nur, um Gefallen auszudrücken, der Stern ist auch ein Ersatz für fehlende Funktionen. Insgesamt klassifizierten die Forscher in ihrer Studie 25 verschiedene Motivationen, aus denen heraus favorisiert wird. Diese wiederum werden grob in zwei Kategorien unterteilt: In Reaktionen auf den Tweet - und in zweckorientiertes Handeln.

          Viele Nutzer verknüpfen den Favorisieren-Stern gedanklich mit dem sogenannten Like-Button auf Facebook. Je mehr der Tweet gefällt, desto höher ist die Chance, ihn zu favorisieren. „Gefallen“ kann dabei für inhaltliche, emotionale oder politische Zustimmung stehen. Andere Nutzer favorisieren Tweets, die sie interessant finden. Dabei möchten sie dem Twitterer gegenüber auch ihre Dankbarkeit für wissenswerte Informationen ausdrücken.

          Manche Twitterer reagieren auch emotional - und zwar weniger auf den Tweet, als vielmehr auf seinen Urheber. Sie favorisieren Beiträge, die von Freunden, Verwandten oder potentiellen Flirtpartnern kommen - oder solche, die Prominente gezwitschert haben. Auch Anteilnahme an einer Situation kann eine Rolle spielen. Ein simples Sternchen kann damit Stellvertreter für vielfältige Ausprägungen der sozialen Interaktion sein - auch deutsche Twitterer haben sich darüber schon Gedanken gemacht. Es ist also kompliziert.

          Ersatzkonstrukt für das fehlende Lesezeichen

          Andere Nutzer denken rein pragmatisch, womit wir bei der zweiten Kategorie wären: Sie klicken die Sterne an, um sich ein Lesezeichen zu setzen, denn diese Funktion kennt Twitter leider nicht. Würde Twitter die Möglichkeit einführen, Tweets zu „behalten“, könnten Nutzer eine oder mehrere private oder öffentliche Listen mit wichtigen Beiträgen führen. Das wäre schön. Bislang ist das nur über das öffentlich einsehbare Favorisieren möglich. Außerdem schlugen sie vor, die Funktion stärker hervorzuheben, schließlich kannten sie fast 35 Prozent der Befragten nicht.

          Wer Beiträge retweetet, also Tweets anderer abermals veröffentlicht, folgt übrigens ähnlichen Motiven. Das fanden Studien bereits vor vier Jahren heraus. Unklar ist allerdings, welche der beiden Maßnahmen stärkere Motive ausdrückt, Retweet oder Fav - da muss die Wissenschaft wohl nochmal ran.

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