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Turkmenistan : Der Präsident als Namensgeber

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Staatspräsident von Turkmenistan, Saparmurat Nijasow Bild: dpa

Der Januar soll wie das Staatsoberhaupt heißen, der April wie seine Mutter - in Turkmenistan wird umbenannt.

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          Sich selbst ein Denkmal setzen - welcher Herrscher möchte das nicht?

          Für den Präsidenten der zentralasiatischen Republik Turkmenien, Saparmurad Nijasow, genügt aber keins aus Stein oder Stahl, für ihn muss es eine immer wiederkehrende Erinnerung an ihn und seine Herrschaft geben. Deshalb will er alle zwölf Monate des Jahres nach Helden und Symbolen der Nation umbenennen, darunter auch nach seinem Ehrentitel und nach seiner Mutter. Als ob nicht bereits Städte, Flughäfen und sogar ein Meteorit seinen Namen trügen und nicht überdimensionale Porträts an sämtlichen Regierungsgebäuden sowie die riesige goldene Statue Nijasows, die drehbar ist und stets zur Sonne zeigt, ausreichend an ihn erinnerten.

          Turkmenbashi statt Januar

          Am Donnerstag gab Nijasow in einer Rede vor dem einmal jährlich zusammentretenden Volksrat bekannt, dass er anbiete, "den ersten Monat des Jahres Turkmenbashi zu nennen.“ Turkmenbashi heißt " Vater aller Turkmenen" und ist ein Titel des Staatsoberhauptes. Damit aber nicht genug, der April soll heißen wie seine Mutter Gurbansoltan. Das Parlament hatte die Frau, die 1948 bei einem Erdbeben starb, erst im Juli zur Nationalheldin erklärt.

          Andere Monate sollen beispielsweise „Die Fahne", „Unabhängigkeit“ oder „Ruchnama“ heißen. Letzteres ist der Titel eines von Nijasow verfassten quasi-religiösen geistlichen Handbuchs, das im vergangenen Jahr veröffentlicht worden war. Bislang waren in dem Land die Monatsnamen des Gregorianischen Kalenders aus dem Lateinischen ins Turkmenische übersetzt worden.

          Ein Wochentag namens Anna

          Aber nicht genug mit den Monaten. Der kreative Herrscher über das Volk der Turkmenen will auch die Wochentage umbenennen und sich so durch eine Kalenderreform größten Ausmaßes unvergesslich machen. Er schlug als neue Namen für die Wochentage Montag bis Sonntag Haupttag, Junger Tag, Guter Tag, Gesegneter Tag, Anna, Geistiger Tag und Ruhetag vor. Es gilt als sicher, dass das Parlament dem Vorschlag zustimmt. Der exzentrische Staatschef hat die ehemalige Sowjetrepublik vollständig unter seiner Kontrolle. 1999 wurde er von den Abgeordneten zum Präsident auf Lebenszeit bestimmt.

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