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Tschechien : Zoll kontrolliert Schnaps-Exportverbot

  • Aktualisiert am

Wegen des Verkaufsverbots mussten die Händler wie hier in Prag das Schnaps-Regal abhängen Bild: dpa

Auf Druck der EU-Kommission hat die tschechische Regierung den Export von hochprozentigem Alkohol verboten. Die Kontrollen im Grenzgebiet wurden verschärft.

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          Mit zusätzlichen Streifen kontrolliert der tschechische Zoll im Grenzgebiet zu Deutschland die Einhaltung des Export-Verbots für hochprozentigen Alkohol. Bereits seit einer Woche gilt dort ein striktes Verkaufsverbot für Wodka, Rum und andere Getränke mit mehr als 20 Prozent Alkohol. Die Ausfuhr stoppte die Regierung in Prag in einer Sondersitzung erst am Donnerstag. Sie reagierte damit auf Druck der EU-Kommission, die Tschechien zu dem Schritt gedrängt hatte. Der Pansch-Skandal hat bisher mindestens 23 Menschen in Tschechien das Leben gekostet.

          An der Grenze zu Bayern seien fünf mobile Einheiten im Einsatz, berichtete Zoll-Sprecherin Jitka Blahutova am Freitag. „Wir haben nicht das Personal, um 24 Stunden ununterbrochen an den Grenzübergängen zu stehen“, sagte Blahutova der Nachrichtenagentur dpa. Doch auf legalem Wege können Reisende in Tschechien ohnehin keinen Schnaps mehr kaufen.

          30 Menschen mit Gesundheitsschäden noch im Krankenhaus

          Bisher sind 23 Menschen gestorben, weil sie mit Methanol gepanschten Alkohol getrunken hatten. Mehr als 30 Menschen kämpfen in Krankenhäusern weiter mit schweren Gesundheitsschäden.
          Ungeachtet neuer Vergiftungsfälle hatte die Regierung in Prag zuvor noch Pläne für eine Lockerung des Schnapsverbots im Inland präsentiert. „Jeder Charge wird ein Protokoll eines staatlich anerkannten Labors beigefügt, das eine Stichprobe auf Methanol-Gehalt und giftige Rückstände geprüft hat“, erläuterte Ministerpräsident Petr Necas die Einführung eines neuen Gütesiegels.

          Das Bundesverbraucherschutzministerium in Berlin warnte ausdrücklich vor dem Konsum einiger Spirituosen aus Tschechien. Spirituosen unklarer Herkunft sollten dort keinesfalls konsumiert werden, erklärte das Ministerium in einer Mitteilung.


           

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