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Politiker und ihr Benehmen : Manieren! Manieren!

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Donald Trump schiebt sich unsanft vor Dusko Markovic, den Premierminister von Montenegro. Bild: AP

Präsident Trump sprengt gerne das Korsett konventioneller Benimmregeln. Beim Nato-Treffen in Brüssel hat er jedoch seinen Meister gefunden.

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          Auf Donald Trump ist weiterhin Verlass, wenn man sich über schlechte Manieren echauffieren möchte: Zuerst verschmähte er das gemeinsame Händeschütteln mit Angela Merkel vor der versammelten Presse im Weißen Haus, nun drängelte er sich beim Fototermin der Staats- und Regierungschefs auf dem Nato-Treffen in Brüssel rüde in die erste Reihe. Leidtragender war Dusko Markovic, immerhin ebenfalls ein Regierungschef, nämlich aus Montenegro.

          Das sorgt für Spott und Unverständnis auf Twitter – dieser User etwa weist darauf hin, dass es auf dem Nato-Treffen ausgerechnet auch darum ging, Montenegro in der Nato willkommen zu heißen:

          Auch die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, die sich wiederholt kritisch mit dem amerikanischen Präsidenten auseinandersetzt, nannte ihn nach dieser Rempelei einen „kleinen, kleinen Mann“, was andere Twitter-User sofort bildlich umsetzten:

          Doch wie man mit Trump angemessen umgeht, um dessen Macho-Spielchen zu parieren, zeigt vorzüglich der neue französische Präsident Emmanuel Macron.

          Schon zur ersten Begrüßung geht das französische Alpha-Tier schnurstracks und hoch erhobenen Hauptes auf das amerikanische zu. Man erkennt sich, misst sich. Dann aber, im letzten, entscheidenden Moment, biegt Macron ab und herzt die Bundeskanzlerin vor allen anderen. Trump bleibt düpiert am Rande stehen.

          Dann folgt der Nahkampf im Beisein der Reporter: Vor den blitzenden Kameras geben die Mächtigen einander die Hand, schütteln sie kräftig, wie Trump es wiederholt und gerne tut. Aber dann lässt der Franzose die Hand des Amerikaners einfach nicht los. Der will sich entziehen, aber monsieur le président drückt so fest zu, dass die Knöchel weiß werden. Mon dieu, der traut sich was!

          Auf dem Nato-Gipfel konnten sich die Teilnehmer zwar auf einen Beitritt des Militärbündnisses zur Anti-IS-Koalition einigen, allerdings hatte Trump mit einer regelrechten Standpauke, bei der er von Neuem Verteidigungsausgaben von mindestens zwei Prozent der Wirtschaftsleistung forderte, den Streit um die Finanzierung der Nato weiter angefacht.

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