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Trotz schwerer Erfrierungen : Italienischer Bergsteiger rettet sich ins K2-Basislager

  • Aktualisiert am

Schwieriger als der Mount Everest: Die Besteigung des K2 Bild: dpa

Mit eisernem Lebenswillen hat sich Marco Confortola trotz seiner schweren Erfrierungen aus mehr als 7000 Metern Höhe ins Basislager am K2 retten können. Elf Bergkameraden waren vergangene Woche am „Schicksalsberg“ ums Leben gekommen.

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          Nach dem bislang schwersten Unglück mit elf Toten am „Schicksalsberg“ K2 im Karakorum haben Retter am Dienstag einen italienischen Bergsteiger in Sicherheit gebracht. „Marco Confortola hat gegen 11.00 Uhr (Ortszeit) ein in etwa 5800 Metern Höhe gelegenes Basislager erreicht“, sagte der Sprecher der italienischen Botschaft in Islamabad, Sergio Oddo. Der 37 Jahre alte Bergführer, der mehrere Tage auf sich allein gestellt war, sei trotz schwerer Erfrierungen an Armen und Beinen nicht in Lebensgefahr.

          Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, wird Confortola seit Montag von zwei amerikanischen Alpinisten sowie dem Italiener Mario Panzeri begleitet, die ihm vom Basislager entgegen gekommen waren. „Marco geht es gut“, sagte Panzeri in einem Telefonat mit dem Rettungs-Koordinator in Italien. Den Angaben zufolge verhindert derzeit schlechtes Wetter den Einsatz von Hubschraubern, um Confortola aus dem Lager ins Tal zu bringen. Der Sprecher des Flugrettungsdienstes Askari Aviation, Mohammed Ilyas, sagte, möglicherweise müsse die Rettung per Hubschrauber um einen Tag auf Mittwoch verschoben werden.

          Füße in schlimmem Zustand, Hände scheinbar gerettet

          „Gewiss, gewiss mache ich weiter. Stellt euch vor, wenn ich jetzt schlapp machte“, hatte der Leiter einer italienischen Seilschaft Confortola nach einem Gespräch per Satellitentelefon am Montag zitiert. Seine Füße seien in einem sehr schlimmen Zustand. Der Extrem-Bergsteiger scheine aber seine Hände gerettet zu haben.

          Bild: dpa

          Im Basislager am K2 hatten Bergkameraden seinen Weg abwärts verfolgt. „Die Menschen im Basislager beobachten ununterbrochen seine Bewegungen und beten für ihn“, sagte der pensionierte General und Vizepräsident der pakistanischen Bergsteigervereinigung, Mohammad Akram. In einer dramatischen Rettungsaktion hatte zuvor ein Militärhubschrauber zwei Niederländer aufgenommen, die nach dem Abgang einer Eislawine nahe dem 8611 Meter hohen Gipfel ausharrten. „Dank des Allmächtigen Allah ist die Rettungsaktion angelaufen“, sagte Hauptmann Azeemullah Baig im K2-Basislager.

          Ursache: Einsturz einer Eiswand

          Ausgelöst wurde das bislang schwerste Unglück am K2 vor allem durch den Einsturz einer Eiswand auf einer Höhe von über 8200 Metern am Freitag. Die Wand riss Sicherungseile mit sich, die die Bergsteiger zum Abstieg benötigen. Einige Kletterer wurden in die Tiefe gerissen. Andere saßen fest und erfroren in der sauerstoffarmen Luft. Zwei waren schon beim Aufstieg gestorben.

          Nach Angaben der pakistanischen Behörden kamen ein Franzose, ein Norweger und ein Ire ums Leben. Zudem sollen ein Serbe, drei Südkoreaner, zwei Nepalesen und zwei Pakistaner getötet worden sein. Unklar blieb, ob es noch Vermisste am Berg gibt. Eine Reihe von Bergsteigergruppen hatte den Aufstieg versucht.

          Messner kritisiert erneut die Kommerzialisierung des Bergsteigens

          Nach den Worten Reinhold Messners führt die Kommerzialisierung des Bergsteigersports zu immer mehr Opfern. Viele Alpinisten wüssten gar nicht, wie sie in Schlechtwetterperioden oder ohne Sicherungsseile reagieren müssten, sagte der Südtiroler im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

          Die Ersteigung des K2 an der Grenze zu China gilt unter vielen Experten als noch größere Herausforderung als die Bezwingung des welthöchsten Gipfels, des Mount Everest, der im Himalaya liegt. Am K2 haben mehr als 70 Bergsteiger ihr Leben verloren. 1995 kamen dort sechs Menschen bei einem Sturm ums Leben.

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