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Rekordsommer? : Juli wird in Geschichtsbücher eingehen

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Rissig und ausgetrocknet ist der Boden am Rheinufer. Gefühlt war der Juli sehr heiß in Deutschland, statistisch allerdings nicht. Bild: dpa

Der Juli hat gleich mehrere Hitzerekorde gebrochen. Doch die Monatsbilanz des Deutschen Wetterdienstes ordnet die Temperaturen gelassener ein.

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          Der Juli 2019 geht in die Annalen des Deutschen Wetterdienstes ein: „Drei Tage in Folge 40 Grad, dabei 25 Mal Höchstwerte von 40 Grad und mehr – das geht in die meteorologischen Geschichtsbücher ein“, sagte Wetterdienst-Sprecher Andreas Friedrich am Dienstag in Offenbach zur vorläufigen Monatsbilanz. Der Temperatur-Höchstwert von 42,6 Grad lag mehr als zwei Grad über dem bisherigen Rekord. Davor hatte es solche Werte seit Beginn der Wetterbeobachtung 1881 insgesamt nur zehnmal gegeben.

          Dabei ist der Juli in Sachen Temperatur insgesamt kein außergewöhnlich heißer Monat gewesen. Im Schnitt lagen die Temperaturen zwar rund zwei Grad über dem vieljährigen Mittel, dies sei aber nicht rekordverdächtig, sagte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. In anderen Jahren habe es im Juli noch höhere Durchschnittswerte gegeben, etwa 2003 oder 2015.

          Etwa 235 Sonnenstunden hatte der Juli – das waren 13 Prozent über dem Soll. Am meisten zeigte sich die Sonne im Saarland mit örtlich mehr als 310 Stunden, am wenigsten an der Nordsee mit teils unter 170 Stunden.Die Trockenheit erreichte diesen Juli allerdings laut DWD „katastrophale Ausmaße“. Mit rund 55 Litern pro Quadratmeter fehlten dem Monat 31 Prozent zu seinem Soll. „In zahlreichen Orten, verteilt in ganz Deutschland, fiel lediglich ein Viertel oder gar Fünftel des Solls“, sagte Friedrich.

          Die anhaltende Dürre schadet der Natur

          Die Entwicklung war demnach die Folge eines anhaltenden großen Niederschlagsdefizits aus dem sehr trockenen Vorjahr sowie der Hitzewelle historischen Ausmaßes, die Ende Juli tagelang für Rekordtemperaturen sorgte. Insgesamt fiel bundesweit im Juli mit 55 Litern pro Quadratmeter rund ein Drittel weniger Niederschlag als üblich. Normalerweise sind es dem DWD zufolge 78 Liter. In einzelnen Bundesländern war es teils noch viel trockener. Am extremsten war die Lage in Sachsen-Anhalt, wo im Juli 30 Liter fielen. Es folgten Bremen mit 31 und Niedersachsen mit 35 Litern.

          Statistisch gesehen war der Juli in Deutschland mit im Schnitt 18,9 Grad um zwei Grad wärmer als im langjährigen Mittel der sogenannten Referenzperiode von 1961 bis 1990. Diese wird nach international einheitlichen Vorgaben herangezogen, um Vergleiche über längere Zeiträume anzustellen. Deutschland lag laut DWD die meiste Zeit des Monats im Einflussbereich von Hochdruckgebieten.

          Diese hielten auch Niederschläge fern. Die spezielle Konstellation mit einem Hochdruckgebiet über Osteuropa sorgte Ende Juli auch dafür, dass extrem heiße Luft aus dem nördlichen Afrika über Tage hinweg bis weit nach Norden strömte. In weiten Teilen Europas herrschten deshalb Rekordtemperaturen.

          Bereits im vorigen Jahr war es in Deutschland viel zu trocken geblieben. Die Natur wird durch die extrem lang anhaltende Dürre zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Inzwischen sind Experten und Politik etwa durch gravierende Waldschäden alarmiert. Die Wälder leiden unter Austrocknung und dadurch verursachte Folgeproblemen wie massivem Schädlingsbefall. Die Rede ist von Schäden in bisher unbekannten Ausmaßen auch an Baumarten, die als relativ unempfindlich galten.

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