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Bevölkerungsstatistik : So viele Neugeborene wie seit 15 Jahren nicht mehr

  • -Aktualisiert am

Babys auf einer Neugeborenenstation (Archivbild). Zuletzt sind 2010 so viele Kinder auf die Welt gekommen wie im vergangenen Jahr. Bild: dpa

In Deutschland werden wieder mehr Kinder geboren. Die Bevölkerung schrumpft laut Statistischem Bundesamt trotzdem. Das liege auch an einer wenig kinderfreundlichen Gesellschaft, meinen Fachleute.

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          In Deutschland sind im vergangenen Jahr wieder mehr Kinder geboren worden. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mit. 2015 kamen 737630 Lebendgeborene zur Welt, das sind 3,2 Prozent mehr als im vorvergangenen Jahr. Zu erklären ist das unter anderem mit einer recht hohen Anzahl an potentiellen Eltern, da die Kinder der „Baby-Boomer-Generation“ mittlerweile ein Alter von Mitte 20 bis Mitte 30 erreicht haben, in dem die Geburtenhäufigkeit am höchsten ist. Das Statistische Bundesamt rechnet bis zum Jahr 2020 mit einer stabilen respektive steigenden Geburtenzahl.

          Der Soziologe Harald Rost vom Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg sagte, auch wenn Partnerschaft, Familie und Kinder bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wieder an Bedeutung gewonnen hätten, sei es weiter schwierig, Beruf und Familie zu vereinbaren. So fehle es vor allem im Schichtdienst und in den Ferien an Betreuungsmöglichkeiten. Viele Paare würden zudem erst Karriere machen wollen, um dem Nachwuchs etwas bieten zu können. Mit 30 Jahren lasse dann jedoch die Fruchtbarkeit nach. In die Statistik der Lebendgeborenen für 2015 sind die Kinder von Flüchtlingen, die in Deutschland zur Welt kamen, mit eingerechnet.

          Abermals sind mehr Menschen gestorben als geboren wurden. Nur in den Großstädten Hamburg und Berlin gab es mehr Geburten als Sterbefälle. 2015 wurden insgesamt 925239 Todesfälle registriert. Das sind rund 6,5 Prozent mehr als im vorvergangenen Jahr, als 868356 Menschen starben, und so viele wie seit rund 30 Jahren nicht mehr.

          Die Lebenserwartung von neugeborenen Jungen beträgt aktuell 78 Jahre und zwei Monate; die für Mädchen rund 83 Jahre. Die höchste Lebenserwartung haben Menschen in Baden-Württemberg. Am niedrigsten ist sie für Männer in Sachsen-Anhalt und für Frauen im Saarland. Seit 2006 steigt das Sterbealter kontinuierlich an. 2014 lag es für Männer bei 74,7 Jahren und für Frauen bei 81,4 Jahren.

          Auch bei den Eheschließungen ist für 2015 eine Zunahme zu verzeichnen. 400115 Paare gaben sich im vergangenen Jahr das Ja-Wort. 2014 waren es 385952, was einen Anstieg von 3,6 Prozent bedeutet. Das durchschnittliche Heiratsalter lediger Männer lag 2014 bei 33,7 Jahren, Frauen waren 31 Jahre alt. Die endgültigen Ergebnisse liegen laut dem Statistischen Bundesamt voraussichtlich im September vor.

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