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Becker-Trophäen versteigert : Vorteil Pocher

Oliver Pocher (l.) und Boris Becker traten 2013 in der RTL-Unterhaltungsshow „Alle auf den KIeinen“ gegeneinander an. Bild: dpa

Aus dem Besitz von Boris Becker sind 82 Erinnerungsstücke versteigert worden. Zwei Pokale des Tennis-Idols gehen an einen Rivalen, mit dem er schon ein paar Mal auf Twitter aneinandergeraten ist.

          Pokale, Medaillen, Tennisschläger, Uhren, Kleidungsstücke, Fotos – insgesamt 687.000 britische Pfund, umgerechnet 764.000 Euro, hat die Zwangsversteigerung von 82 Erinnerungsstücken aus dem Besitz von Boris Becker eingebracht. Mit 150.250 Pfund (167.500 Euro) wurde das höchste Gebot für eine Replik des US-Open-Pokals abgegeben. Becker hatte sie im Jahr 1989 im Finale gegen den Tschechen Ivan Lendl gewonnen.

          Terry Madden vom Auktionshaus Wyles Hardy & Co. zeigte sich zufrieden darüber, dass sich die „Intervention“ Beckers – er hatte die Zwangsversteigerung im vergangenen Jahr zunächst verhindern können – wohl nicht negativ auf die erzielte Summe ausgewirkt hat. „Die Versteigerung hat alle unsere Erwartungen übertroffen“, sagte Madden. Beckers Insolvenzverwalter Mark Ford hofft weiterhin, sechs Wimbledon-Pokale und die zwei Trophäen, die Becker bei seinen Siegen bei den Australian Open gewonnen hat, ausfindig machen zu können, wie er über das Finanzunternehmen Smith & Williamson mitteilte. Wer Informationen zum Verbleib der gesuchten Gegenstände habe, solle sich melden.

          Becker war 2017 von einem britischen Gericht für insolvent erklärt worden. Mit der Versteigerung wurde ein Teil von Beckers Schulden beglichen, Ford will die Insolvenz in den nächsten sechs bis neun Monaten abschließen.

          Was den früheren Tennisprofi besonders ärgern dürfte: Auch der Comedian Oliver Pocher hat bei der Versteigerung mitgeboten – und nach eigenen Angaben „zwei Pokale für den guten Zweck ersteigert“, wie er auf Instagram schrieb. Laut „Bild“-Zeitung handelt es sich um zwei Glas-Trophäen, für die er zusammen mehr als 25.000 Euro bezahlt haben soll. Am Freitag veröffentlichte Pocher auf Instagram ein Video, in dem er den Wimbledon-Sieger „aus aktuellem Anlass“ parodiert.

          Pokale, Medaillen und andere Memorabilien von Boris Becker wurden am Donnerstag in London versteigert.

          Der „Bild“ sagte Pocher: „Boris Becker ist eine deutsche Tennis-Legende. Er hat uns viele grandiose Nachmittage und Nächte vorm TV geschenkt. Jetzt sollten wir auch mal was zurückgeben. Ich habe meinen Teil gerne dazu beigetragen.“ Wer dahinter Häme vermutet, liegt wohl richtig. Pocher kann schwer entgangen sein, dass die Versteigerung gegen den Willen Beckers stattfand – und dass Becker beklagt hat, den Gläubigern gehe es bei der Versteigerung seiner Trophäen nur darum, ihm persönlich wehzutun.

          Mehr noch: Pocher und Becker hatten sich zuvor immer wieder öffentlich auf Twitter gestritten. Alessandra („Sandy“) Meyer-Wölden, Pochers frühere Ehefrau, war zuvor auch mit Becker verlobt. In seinen Memoiren war Becker über Meyer-Wölden hergezogen. Sogar in einer Unterhaltungsshow haben sich Oliver Pocher und Boris Becker verbal duelliert.

          Einen weitaus größeren Anteil der Memorabilien hat für 492.479 Euro – mehr als die Hälfte der Erlössumme – nach eigenen Angaben der Unternehmer Christian Krawinkel ersteigert. Becker könne die Gegenstände „im Rahmen einer geordneten Finanzplanung“ wiederbekommen, wie Krawinkel über seine Vermögensverwaltung bekanntgab.

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