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Tourismusziele : Khao Lak hat sich noch nicht erholt

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Noch lange nicht an Urlaub zu denken: Zerstörtes Hotel in Khao Lak Bild: picture-alliance/ dpa

Das thailändische Khao Lak müßte zur Weihnachtsferienzeit eigentlich von Touristen bevölkert sein. Doch auch ein Jahr nach der Flutwelle ist das einstige Traumziel noch weit von einer „normalen Lage“ entfernt.

          Sonnenhungrige Europäer kehren in diesen Weihnachtsferien an die Strände Thailands zurück, doch ein einstiges Traumziel in Khao Lak wird verwaist bleiben. Das Hotel „Sofitel Magic Lagoon“, wo 186 Menschen am 26. Dezember 2004 von der riesigen Flutwelle verschlungen wurden, hat nicht wiedereröffnet.

          Seit im April die letzten Trümmer- und Schutthaufen abgefahren wurden, hat sich auf dem Gelände der einstigen Luxusanlage nichts getan. „Gefahr“ und „Betreten verboten“ steht auf einem Schild am Eingang. Düstere Stimmung herrscht an diesem regnerischen Dezembertag, und der deutsche Eigentümer dessen, was von dem Hotel übrigblieb, rechnet mit einer Wiedereröffnung nicht vor Sommer 2007.

          „Keine Minute ruhen“

          Einen Investor hat Zeynel Atmacan, der türkischstämmige Deutsche, noch nicht. Doch die Wiedereröffnung steht für ihn außer Zweifel - wenn nicht mit der bisherigen Gruppe Accor, „dann mit der Sheraton-Kette oder einer anderen Gruppe“. Fast 17 Millionen Euro habe die Versicherung gezahlt, gut zehn Millionen fehlten noch, um das Hotel wieder aufzubauen. Doch während Atmacan „keine Minute ruht“, um den Wiederaufbau in Gang zu bringen, will er auch die Erinnerung an die Opfer nicht verblassen lassen. „Am 26. Dezember gibt es mehrere religiöse Feiern, für Christen, Moslems, Juden und Buddhisten“, versichert der Mittfünfziger.

          Währenddessen ist ein junges Mädchen mit seinen Angehörigen ins ehemalige Sofitel gekommen, um die sterblichen Überreste ihres Vaters, ihrer Mutter und ihrer Schwester abzuholen. Sie selbst hat überlebt, doch sie mußte bis wenige Tage vor dem Jahrestag der Katastrophe warten, um die drei Särge heimzuführen. Bis zum 2. August wurde hier die Suche nach den Toten fortgesetzt, ein Dutzend Einsätze mit eigens aus Europa eingeflogenen Spürhunden sollten letzte Zweifel über den Verbleib von Gästen und Angestellten beseitigen. Nach der Bilanz waren unter den Todesopfern im Sofitel 24 Deutsche.

          Nicht rechtzeitig gewarnt?

          Die Zahl der Todesopfer für ganz Thailand wird zur Zeit mit 5395 angegeben, 2248 von ihnen waren Ausländer. Die meisten Todesopfer hat Schweden zu beklagen, danach folgt Deutschland. Das düstere Kapitel ist noch nicht abgeschlossen, wird es vielleicht nie. Während 673 Personen weiter als vermißt gelten, gibt es sterbliche Überreste von 805 Personen, die noch immer nicht identifiziert werden konnten.

          Angehörige der Opfer fragen sich bis heute, ob nicht mehr Menschen der Katastrophe entgangen wären, wenn sie rechtzeitig gewarnt worden wären. Im September hat in Frankreich ein „Verband der Angehörigen der Opfer des Sofitel“ eine Anzeige gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung erstattet.

          Normalisierung frühestens 2006

          42 französische Staatsbürger kamen am 26. Dezember im „Magic Lagoon“ ums Leben. Deren Hinterbliebene vermuten, daß das Hotel schon eine Viertelstunde vor dem Eintreffen der Welle gewarnt wurde und nicht richtig reagierte. Doch bei dem Betreiberkette Accor heißt es, es habe „nur wenige Minuten vorher“ eine Warnung gegeben. „Die Leute haben nicht begriffen, was da passierte. Die Hotelangestellten haben alles getan, was sie konnten, um Kunden zu retten, sie haben dabei ihr eigenes Leben riskiert“, versichert Patrick Basset, der bei Accor für einen Teil Asiens zuständig ist.

          Im fünf Kilometer entfernten „Meridien“, wo zwanzig Personen ums Leben kamen, wurde der Betrieb am 15. Oktober wiederaufgenommen. „Aber die Zeiten sind hart“, sagt Hoteldirektor Achim Brückner, „eigentlich müßte das Hotel so kurz vor Weihnachten voll sein“. Doch in Khao Lak, wo es vor dem Tsunami 6500 Zimmer gab, gibt es jetzt erst wieder 1200. „Normalisieren wird sich die Lage hier frühestens im nächsten Jahr“, sagt Brückner.

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