https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/totes-kita-kind-in-viersen-die-zeugnisse-der-erzieherin-16793641.html

Totes Kita-Kind in Viersen : Reihenweise Alarmsignale

Kerzen und Stofftiere vor der Kita „Am Steinkreis“ in Viersen: Hier starb am 21. April eine Dreijährige. Bild: EPA

In einer Kita in Viersen soll eine Erzieherin die kleine Greta ermordet haben. Ihr Lebenslauf enthält zahlreiche Alarmsignale. Es war offenbar nicht der erster Übergriff der 25-Jährigen auf ein Kita-Kind.

          4 Min.

          „Ein so dramatischer Fall ist mir noch nicht untergekommen. Ich musste wirklich Luft holen“: Wenn Jörg Maywald das sagt angesichts der Tragödie von Viersen, ist das in gewisser Weise eine gute Nachricht. Der Sozialwissenschaftler, Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind, hat die hiesige Kita-Landschaft seit drei Jahrzehnten im Blick. In seinem Buch über Gewalt durch pädagogische Fachkräfte, das vergangenen Sommer erschienen ist, hat er Misshandlungsfälle in Kitas aufgearbeitet, die strafrechtlich verfolgt worden sind. Ein Geschehen, das mit Gretas Tod vergleichbar wäre, war nicht dabei. Aber im Moment hilft das wenig.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.
          Julia Schaaf
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die 25 Jahre alte Erzieherin Sandra M. soll das kleine Mädchen Ende April in der Kita „Am Steinkreis“ so schwer verletzt haben, dass es einen Atemstillstand und massive Hirnschädigungen erlitt. Am 4. Mai, einen Tag nach ihrem dritten Geburtstag, starb Greta. Die Erzieherin sitzt seit dem 19. Mai in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautet: Mord aus Heimtücke. Je intensiver sich die Ermittler mit M. befassten, auf desto mehr schockierende Vorkommnisse stießen sie.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Schule für das Leben: Ball der Waffenbrüderschaft im November 1987 in der MfS-Bezirksverwaltung Dresden

          Putin in der DDR : Eine gute Schule für das Leben

          Fünf Jahre arbeitete Waldimir Putin als KGB-Offizier in Dresden. Stasi-Unterlagen aus dieser Zeit verraten mehr über den russischen Präsidenten, als diesem lieb sein dürfte. Ein Gastbeitrag.
          Putin tritt auf dem roten Platz bei einem „Jubelkonzert“ zur Annexion der vier ukrainischen Gebiete auf

          Die Lage in der Ukraine : Für Putin gewonnen, im Felde zerronnen

          Moskau arbeitet das Annexionsprogramm einträchtig ab. Wegen der militärischen Lage mehrt sich derweil die Kritik an der militärischen Führung – unterhalb des Präsidenten. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit wächst.
          „Es reicht aus, wenn man die Muskulatur zweimal die Woche trainiert“, sagt Jürgen Gießing.

          Experte über Krafttraining : Das sind die besten Muskel-Übungen!

          Krafttraining ist gesund – auch im hohen Alter. Ein Experte erklärt, worauf es dabei ankommt, warnt vor den häufigsten Fehlern und verrät, warum regelmäßiges Training sogar das Krebsrisiko reduziert.